Zwei Fälle von Autopathie

26.7.2008 | Jiri Cehovsky | jiri.cehovsky@alternativa.cz

Eine eher robuste, dreiunddreißig jährige Frau und Mutter einer zwölfjährigen Tochter hatte Parodontose im fortgeschrittenen Stadium. Ihre Zähne wackelten und ihr gesamter Mundbereich und die Zähne schmerzten andauernd, sogar im Schlaf. Sie schlief entweder mit stark zusammengebissenen Zähnen oder klapperte mit ihnen. Sie schlief mit zusammengepresstem Kiefer. Sie konnte sehr schlecht kauen, weil das schmerzte. Aber sie hatte überhaupt keine Karies. Mit achtzehn Jahren war sie einmal auf das Kinn gefallen. Der sechser Backenzahn hatte daraufhin gezogen werden müssen. Durch die Lücke schoben sich die Zähne auseinander. Dann fingen zuerst die unteren Zahne an zu wackeln und danach die oberen. Wegen der andauernden Entzündung wurden ihr alle Backenzähne gezogen. Im Mund verspürte sie einen unangenehmen Geschmack. Zwischen dem Zahnfleisch und den Zähnen bildeten sich eitrige Taschen. Dem ging eine Operation voraus, in der ihr das Zahnfleisch auseinandergeschnitten und gereinigt worden war. Insgesamt hatte sie schon drei Eingriffe dieser Art. Seitdem fingen ihre Zähne an zu schmerzen. So blieb es zwei Monate bis sie zu mir kam. Nach dem letzten Eingriff versteifte sich auch ihr Kiefergelenk, ihr Gesicht schwoll an und sie konnte den Mund kaum aufmachen. Das Kiefergelenk renkte sich manchmal aus und schmerzte. Die Stomatologie zeigte, dass das Kiefergelenk in Ordnung war. Hinzu kam, dass beim letzten Eingriff Mikroorganismen entdeckt worden waren. Sie sollte deshalb zehn Tage einer Antibiotika-Therapie durch Infusion unterzogen werden. Danach war dann eine weitere Operation geplant, wo der Knochen abgeschliffen und ein Implantat aus Rinderknochen eingesetzt werden sollte. Ihr Zustand verschlechterte sich weiter wahrend der intensiven medizinischen Behandlung.

Sie litt auch an häufigen Kopfschmerzen.

Ihre Augen waren lichtempfindlich und schmerzten, sie nahm lange Zeit Augentropfen.

Sie benötigte mindestens 12 Stunden Schlaf, sonst fühlte sie sich dauernd müde.

In der Vergangenheit hatte sie ein bis zwei Mal im Jahr Angina gehabt, die letzte vor einem Jahr. Auch ihre beiden Eltern litten an Parodontose.

Zuerst empfahl ich ihr eine homöopathische Arznei in der Potenz 1 M, die entsprechend der Symptomatik und ihrer psychischen Verfassung ausgewählt wurde. Gleichzeitig entschied sie sich, ab sofort auf jegliche stomatologischen Eingriffe und ärztliche Interventionen zu verzichten, da sie davon überzeugt war, dass sie ihr nicht halfen.

Nach sieben Wochen besserten sich allmählich ihre Kopf-, Zahnfleisch- und Gelenksschmerzen, sie schlief auch nicht mehr mit zusammengebissenen Zähnen.

Vier Monate nach der Anwendung der homöopathischen Arznei hatte sie beim Beißen hin und wieder noch Schmerzen im Kiefer, aber bedeutend weniger als zuvor. In der Backenschleimhaut entwickelte sich neuerlich ein Gebilde, das schon vorher operiert worden war; das beunruhigte sie stark. Während zwei Wochen bekam sie wiederholt auch wieder Kopfschmerzen. Nun empfahl ich ihr, sich ein autopathisches Präparat aus eigenem Speichel mittels der Fluxdilution (in der autopathischen Flasche) aus fünf Liter Wasser (Potenz 200 C) zuzubereiten.

Die Kontrolle nach einem weiteren Monat ergab: Ihre Kopfschmerzen waren sofort weg, ihre Zähne wackelten zwar wie bisher; aber Zähne, Kiefer und Kiefergelenk schmerzten nicht mehr. Nach wie vor hatte sie leichtes Zahnfleischbluten, ein altes Symptom. Ihr Kiefergelenk war beweglich, auch beim Gähnen. Dann passierte Folgendes: Sie hatte Besuch von jemandem mit einem Hund – früher hatte sie unter einer leichten Hundeallergie gelitten. Nun brannten ihre Augen stark (ein altes Umkehrsymptom). Sie fühlte sich, als hätte sie wie bei einer Angina einen Kloss im Hals. Seither schmerzten ihre Augen ständig, als ob sie Sand darin hätte (altes Symptom).

Bei der Kontrolle nach weiteren drei Monaten zeigte sich, dass die Verbesserungen vom letzten Mal weiter andauerten. Ihr Zahnfleisch blutete und schmerzte nicht mehr. Ihre Augen tränten aber manchmal. Sie hatte gerade Schnupfen. Ihre Hunde-Allergie war nur noch gering ausgeprägt. Das Gebilde auf der Backenschleimhaut, das sie zuvor in Schrecken versetzt hatte, war von alleine verschwunden.

Fünf Monate nach Anwendung des autopathischen Präparates berichtete sie bei der Kontrolle: Ihre Kopfschmerzen kamen hin und wieder zurück, ihre tränten weiter und die Zähne schmerzten wieder. Ich diagnostizierte einen beginnenden Relaps. Sie stellte sich entsprechend das autopathische Präparat in der gleichen Potenz her und nahm es ein.

Nach weiteren drei Monaten kam sie erneut zur Beratung und berichtete, dass ihre Kopf- und Zahnschmerzen sofort nach der letzten Anwendung aufgehört hatten, beide in der letzten Zeit aber wieder aufgetreten waren. Die Augen tränten kaum noch, nur leicht bei Anstrengung aber nur noch am Morgen und am Abend. Ihr Zahnfleisch blutete nicht, die Zähne und das Gelenk schmerzten ebenfalls nicht. Diesen Verlauf wertete ich es als beginnenden Relaps. Denn das tiefer gelegene Problem, der Kopfschmerz, war wieder zurückgekommen, während die Probleme auf der Peripherie noch in besserem Zustand verblieben. Ich empfahl ihr deshalb eine erneute Wiederholung des autopathischen Präparates, diesmal aber eine Verdünnung mit der doppelten Wassermenge.

Nach weiteren zwei Monaten rief sie mich an, dass sie Angina habe (ein altes Umkehrsymptom) – geschwollene Mandeln und Halsschmerzen, diesmal aber interessanterweise ohne Fieber und Erschöpfung, deshalb konnte sie ganz normal zur Arbeit gehen. Alle chronischen Probleme waren zurückgegangen – die Beschwerden im Kopf und in den Gelenken, die Zahnprobleme, das blutende Zahnfleisch und die ehemals tränenden Augen waren nun in Ordnung. Dabei hatte sie das autopathische Präparat, das ich ihr zuletzt empfohlen hatte, gar nicht angewendet (!), da ihre Probleme zuvor von alleine verschwunden waren! Sie war daher immer noch unter dem Einfluss der vorherigen Anwendung.

Dies ist durchaus nicht der einzige Fall in der Autopathie, in dem sich nach rund zwei bis vier Monaten nach der ersten Anwendung einige tiefer (nicht oberflächlich) liegende Probleme nach einer vorübergehenden Besserung wieder verschlechterten. Das ist nur ein temporärer Zustand, in dem der Organismus sozusagen noch einmal tief durchatmet, um dann spiralartig das gesamte System auf eine höhere Ebene der Gesundheit emporheben zu können. Es handelt sich hier um eine autopathische Besonderheit im Heilungsprozess, den ich bei der Wirkung homöopathischer Mittel nicht beobachtet hatte, und die auch, soviel ich weiß, nirgendwo sonst beschrieben wurde. Es ist eine Abweichung von den Hering’schen Gesetzen, die sonst zuverlässige Indikatoren dafür liefern, wann das autopathische Präparat erneut anzuwenden ist. Gemäß den beschriebenen Grundregeln handelte es sich bei der Rückkehr der Kopf- und Zahnschmerzen um eine eindeutige Heilungskrise. Dasselbe gilt für die Angina, eine vorübergehende Rückkehr eines alten Umkehrsymptoms auf dem Weg durch die alten Frequenzzustande zu einem höheren Zustand der Gesundheit und des Seins auf der physischen, psychischen und feinstofflichen Ebene.

Nach weiteren sechs Monaten: Nachdem die Angina-Symptome rasch von selbst vergingen, hatte sie keine nennenswerten Beschwerden mehr (wir sehen uns hin und wieder). Sie fühlte sich über den gesamten Zeitraum gut und sah auch gut aus.


Der folgende Fall
zeigt, dass die Autopathie auch Menschen eine reale Hoffnung auf Genesung gibt, deren gesamten Lebensperspektive aufgrund langjähriger und sog. unheilbarer Beschwerden nicht gerade rosig aussieht.

Ein zu dünnes, blasses, etwa zwanzigjähriges Mädchen, nennen wir sie Christine, litt sieben Monate an häufigem wässrigem Stuhlgang, der von starken Blähungen begleitet wurde. In den vier Monaten vor ihrem Besuch war der Stuhlgang auch blutig. Seit vier Monaten war sie vom Arzt krankgeschrieben und blieb zuhause. Sie sagte mir, ihre Koloskopie hätte eine Darmentzündung in der Länge von ca. 40 cm gezeigt, ein weiterer Abschnitt war gerötet. Der Stuhl ist dünnflüssig, etwa 6x am Tag und 4x in der Nacht, und geht mit Gas ab, deshalb kann sie kaum mehr ihre Wohnung verlassen. Sie war sehr müde. Ihr Zustand verschlechterte sich immer weiter. Sie nahm zahlreiche Medikamente ein. Die Diagnose lautete Colitis ulcerosa. Ein Arzt aus meinem Bekanntenkreis äußerte die Vermutung, dass es sich auch um Morbus Crohn handeln könnte. In solchen Fallen werden die entzündeten Darmabschnitte mittels einer Operation entfernt, wodurch sich der Zustand des Patienten vorübergehend zwar bessert; aber eine dauerhafte Heilung kann damit dennoch nicht erreicht werden.

Etwa einen Monat nach der Einnahme einer homöopathischen Arznei in der Potenz 1M hatte sie eine Woche lang 39°C Fieber. Sie war unter ärztlicher Aufsicht. Einen Monat später hatte sie nur noch 2x am Tag geformten Stuhlgang. Christine sah gut aus, hatte sogar rote Wangen und war auch gut gelaunt, wie schon seit Langem nicht mehr. Ihre Müdigkeit war weg. Auch die Nervosität, die sie monatelang-plagte, war vergangen. Danach habe ich ein Jahr lang nichts mehr von ihr gehört. Wie ich später erfahren habe, war sie die ganze Zeit beschwerdefrei.

Fast genau ein Jahr nach der letzten Kontrolle riefen mich die Verwandten an. Christine litt seit einem Monat wieder an Durchfall und Blut im Stuhl. Seit 4 Tagen hatte sie Fieber von über 40°C. Der Arzt diagnostizierte Grippe und verordnete Antibiotika. Am Tag vor dem Telefonanruf bei mir hatte sie die homöopathische Arznei, die ihr vor einem Jahr so gut geholfen hatte, selbst noch einmal eingenommen.

Nach weiteren drei Tagen riefen sie erneut an, sie habe noch immer bis zu 40°C Fieber, ihr Stuhlgang war wieder auf 8x tagsüber und 4x nachts hochgeschnellt. Sie war sehr müde, hatte zudem starke Kopf- und Gliederschmerzen. Es war also sehr wahrscheinlich, dass die homöopathische Arznei ihre Resonanzwirkung verloren und keine Wirkung mehr hatte (Christine hatte sich in dem Jahr verändert). Außerdem war sie wegen des Fiebers und des Durchfalls so dehydriert, dass sie Infusionen im Krankenhaus bekam. Ich riet ihr, ihren Arzt darum zu bitten, sie in dieser akuten Situation in ein Krankenhaus zu überweisen.

Einen Monat nach dem nur kurzen Krankenhausaufenthalt reduzierte sich zwar die Häufigkeit der Stuhlgänge, aber es war teilweise immer noch Blut dabei. Dazu bekam Christine plötzlich eigenartige Rückenschmerzen. Ansonsten war sie zufrieden, weil alle so nett zu ihr waren wegen ihrer Krankheit. Da sich ihre Situation aufgrund der Arznei, die ihr bisher ein Jahr lang geholfen hatte, doch gebessert hatte, entschloss ich mich abzuwarten und vorerst nichts Weiteres zu unternehmen.

Doch nach einem weiteren Monat tauchten plötzlich starke neue Symptome auf: quälende, wandernde Schmerzen, die an verschiedenen Stellen auftraten ­ einmal im Knie, dann in der Hüfte bzw. in der Schulter oder auch im Bereich des Schlüsselbeins. Dazu bekam sie erneut Fieber. Für ihre Familie war es furchtbar mit anzusehen, wie sie leiden musste. Sie unterzog sich zahlreichen Untersuchungen bei verschiedenen Ärzten. Doch ihr Zustand blieb schlecht, auch wenn er zeitlich manchmal leicht schwankte.

In dieser Situation empfahl ich das autopathische Präparat aus eigenem Speichel, verdünnt mit 3 Liter Wasser in der autopathischen Flasche, also die Potenz 120 C. Ich habe festgestellt, dass in der Flasche Harmonie, die in diesem als auch im vorangehenden Fall verwendet wurde, aus einem Liter durchgeflossenes Wasser die Potenz 40 C entsteht.

Sofort nach der Anwendung reduzierte sich die Häufigkeit ihrer Stuhlgänge auf zweimal täglich. In der Nacht hatte sie keinen Stuhlgang mehr. Das Fieber und die Hüftschmerzen kamen allerdings wieder. Sie bekam aber Appetit. Bei einer Untersuchung im Krankenhaus wurde festgestellt, dass Christine zu wenige rote Blutkörperchen hatte. Sie erhielt daher 3 Bluttransfusionen.

Drei Wochen nach der ersten autopathischen Anwendung war sie gut gelaunt und hatte keine wandernden Schmerzen mehr.

Weitere zwei Monate nach Einnahme des autopathischen Präparats meinte sie, dass ihr Zustand zwar besser sei, aber noch nicht perfekt wäre. Sie nahm in der Zeit von fünfzig auf sechzig Kilo zu. Zuvor war sie krankhaft dünn (sie ist groß). Sie setzte vor drei Wochen sämtliche Medikamente bis auf die Eisenpräparate ab. Sie hatte gute Laune und ihre Freundinnen sagten, dass sie ständig lacht. Sie unternahm auch die eine oder andere Reise, wozu ihr früher die Energie fehlte. Kein Stuhlgang in der Nacht, ansonsten 2x täglich, geformt und ohne Blut. Hin und wieder spürte sie ihre Hüfte.

Fünf Monate nach der autopathischen Anwendung ergab sich folgendes Bild: Sie wog nun 66 Kilo, ihr Stuhl, einmal täglich, war fest und geformt. Im gesamten Zeitraum nahm sie keine Medikamente. Sie hatte nur leichten Schnupfen und war sogar eine Woche Schifahren. Letzte Woche hatte sie eine Rektoskopie – die Ärzte sagen, es sei gut, ohne Befund. Auch eine gleichzeitig durchgeführte Blutuntersuchung ergab, dass alles in Ordnung ist.

Dann vergingen weitere acht Monate. Christine kam wieder zur Konsultation zu mir und berichte, dass sie seit der letzten Kontrolle keinerlei Beschwerden hatte. Und obwohl sie seit ungefähr einem Jahr die Pille nahm (hormonell verhütete), litt überraschenderweise die Entwicklung ihrer Gesamtheit nicht darunter. Das ist ungewöhnlich. Denn aus homöopathischer Sicht wirkt sich die hormonelle Verhütung nicht positiv auf das Gesundheitssystem aus. Ich vereinbarte mit ihr und ihren Verwandten, dass sie sich sofort melden sollte, falls irgendwelche Probleme, auch kleinere, aufkommen sollten. Das wären dann vielleicht Vorboten eines Relapses; ein neues autopathisches Präparat könnte dann rechtzeitig angewendet werden, um ein tieferes Einsinken des Zustandes zu verhindern. Es vergingen weitere drei Monate und sie hat sich bisher nicht gemeldet. Ihre Freunde berichteten, dass sie völlig gesund aussieht. Wenn ich richtig gezählt habe, so wirkt eine Dosis des autopathischen Präparates in einer nicht allzu hohen Potenz insgesamt bereits sechzehn Monate.

 


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Die Kurse werden in der Regel in tschechischer Sprache gehalten. Es finden aber auch Webinare, Konferenzen und Workshops auf Englisch und künftig auch auf Deutsch statt. Die genauen Termine werden rechtzeitig auf dieser Website publiziert.

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Die Autopathie hat bereits vielen Menschen geholfen. Hier können Sie die Erfahrungen einiger behandelter Patienten ansehen oder lesen.

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