Kasuistik – wie und warum

5.1.2014 | Jiri Cehovsky | jiri.cehovsky@alternativa.cz

Kasuistiken, also die Beschreibung konkreter Behandlungsfälle, werden auch in der konventionellen Medizin geschrieben und veröffentlicht; sie bilden die Grundlage der sogenannten Evidenz-basierten Medizin. Auch Homöopathen verfassen und publizieren sie bereits seit zweihundert Jahren in Fachzeitschriften oder -büchern. Dies geschieht aus mehreren Gründen: Demonstrieren, wie ein bestimmter Ansatz, eine bestimmte Methode oder ein Mittel in der Praxis wirken und dadurch über das Vorgehen bei ähnlichen Fällen informieren, um das Therapieziel zu erreichen. Und natürlich ebenfalls zeigen, dass gewisse Ansätze, Methoden und Mittel wirken und sich für die Behandlung eignen. Bei den Methoden der alternativen Medizin, die nicht auf Theorie sondern auf Erfahrung gründen, sind Kasuistiken von ausschlaggebender Bedeutung. Sie zeigen dem Therapeuten, wie der Weg bei gewissen Problemen, Krankheiten und Beschwerden verläuft, und unterstützen potenziell an der Behandlung Interessierte bei ihrer Entscheidung für eine bestimmte Methode aus dem großen Angebot. Wenn wir von Autopathie als einer ganzheitlichen Behandlung sprechen, die alles beeinflussen kann, sagt das vielen, mit traditionellen Schul- und Gesundheitssystemen und den Medien groß gewordenen Menschen nichts. „Ja, ganzheitlich, schön. Aber ich will mein jahrelanges Rheuma behandeln, meine Allergie. Alles andere muss ich nicht kurieren.“ Ich will diese weit verbreitete, aus unserer Kultur hervorgegangene Meinung keineswegs kritisieren. Doch es ist nötig, sich mit ihr zu befassen, sie zu verstehen und ihr entgegenzutreten. Beispielsweise durch das Schreiben einer Kasuistik. Wenn Sie den Fall Ihres Patienten beschreiben, der jahrelang unter Knieschmerzen litt und dessen Kniebeschwerden nach der Einnahme der von Ihnen empfohlenen Autopathie verschwanden, werden sich viele Menschen mit langjährigen Knieschmerzen bei Ihnen melden, damit Sie die gleiche Wirkung auch bei ihnen erreichen. Damit will ich keineswegs dazu anregen, aus Rücksicht vom ganzheitlichen Aspekt der Behandlung abzulassen oder die Entwicklung des Klienten als Ganzes, seine anderen, „weniger wichtigen“ Beschwerden, von der Psyche bis zur Haut oder seinen Gefühlen, außer Acht zu lassen. Im Gegenteil, das ist unsere Stärke. Von ihr können und wollen wir nicht ablassen, denn es ist der einzige Weg zur ganzheitlichen Gesundheit, dem effektiven Ziel unserer Behandlung. Indem wir jedoch einen konkreten Fall mit konkreten Erkrankungen und Schmerzen nennen, wecken wir die Aufmerksamkeit all jener, die die gleichen oder ähnliche Erkrankungen und Diagnosen haben, die nach Jahren konventioneller Therapie als chronisch und unheilbar, gegebenenfalls gar als nicht verbesserbar erachtet werden.

Man muss sich bewusst machen, dass die Autopathie jedem Menschen ein Instrument in die Hand gibt, aus konventioneller und materialistischer Sicht als unheilbar geltende Beschwerden zu heilen. Ein Instrument, über das die offizielle Medizin nicht verfügt. Und wenn ich sage, jedem Menschen, dann meine ich jeden, also auch Laien, Menschen, die eigentlich gegen ihren Willen wegen ihrer eigenen Gebrechen oder Beschwerden ihrer Angehörigen zur Autopathie kamen. Und dennoch – sie werden durch jegliche größere Besserung oder Heilung der chronischen Beschwerden, ob bei sich oder bei anderen, selbst zum Fachmann. Zum Fachmann der Autopathie, weshalb er andere Menschen über das, was er erreicht hat, über dieses Wunder informieren sollte. Mit seinem Erfahrungsbericht und der Beschreibung seines Vorgehens ermöglicht er es ihnen, ähnliche Beschwerden bei sich zu heilen. Somit trägt er zum Wohle der Anderen bei. Das „Wohl der Anderen“ ist eine billige, oft missbrauchte Phrase? Eine für mich selbst unbrauchbare oder gar schädliche Tätigkeit? Vielleicht ist dies in der Industrie oder auch anderswo so, aber niemals bei der Heilung. Wenn um uns herum alle krank sind (und das sind sie, ungeachtet dessen, was die Zeitungen schreiben), können auch wir nicht glücklich sein. Denn wir sind ein Teil des Ganzen. Der Schweizer Psychologe und Philosoph Prof. C. G. Jung schrieb einmal, wer andere heile, heile auch sich. Besser kann man es gar nicht ausdrücken. Wenn ich dazu beitrage, dass die Anderen gesund werden, schaffe ich mir damit (nicht nur) den Himmel auf Erden, auch wenn ich ihn aus Trümmern baue. Eine kurze, wenn möglich prägnante Beschreibung, wie ich langjährige Rücken-, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit (gegebenenfalls auch alles zusammen) bei mir oder einer anderen Person geheilt habe, kann Hunderten von Menschen mit gleichen Leiden helfen, die so erfahren, dass sich diese Sache heilen lässt und wie dies geschehen kann. Dies verändert ihr Leben auf positive Weise – und dadurch auch mein Leben. Weil ich so von der Welt der Zerstörung, des Kampfs  und der negativen Wünsche in die Welt des Aufbaus, des Mitgefühls und der Hilfe hinübergetreten bin und gleichzeitig das Umfeld, in dem ich lebe, verbessert habe.

Aufbau einer Kasuistik:

  1. Kurze, objektive Beschreibung oder Auflistung des Ausgangszustands, wichtigste Punkte des Erstgesprächs mit dem Klienten, was sagt er über seine Gefühle, Probleme und Beschwerden, was quält ihn und was will er bessern und heilen. Falls frühere ärztliche Diagnosen oder Testergebnisse vorhanden sind, ebenfalls aufführen. Es sind keinerlei stilistische oder schriftstellerische Fähigkeiten erforderlich, nur reine Fakten.

2. Welche Potenz wurde für das AP gewählt.

3. Welche Herstellungsmethode des AP wurde gewählt.

4. Wie oft wurde das AP eingenommen.

5. Wie veränderten sich die jeweiligen, während der Erstkonsultation notierten Beschwerden bei den Folgekonsultationen. Wie wurde die Verabreichung des AP gegebenenfalls angepasst (Verdünnung, Herstellung, Verabreichungszeitraum).

6. Kasuistik im Internet veröffentlichen, z.B. durch das Einsenden an die Rubrik „Konkrete Fälle“ der gut besuchten Website www.autopathie.de oder die Präsentation an einer Konferenz.

Der Einwand, der Fall eigne sich zurzeit noch nicht zur Veröffentlichung, weil er noch nicht abgeschlossen sei und möglicherweise noch ungelöste Probleme aufweist, gilt hier nicht. Bei der ganzheitlichen Heilung ist ein Fall eigentlich nie ganz abgeschlossen. Es reicht eine Beschreibung der bisher gelösten chronischen Beschwerden und natürlich auch eine Bemerkung über jene, an denen noch gearbeitet wird. Diese können zum Gegenstand einer zukünftigen Kasuistik werden. Besonders wertvoll sind Fälle einer Selbstheilung, wo beschrieben werden kann, wie die Heilung erlebt wurde. Wenn jemand über sich selbst oder eine ihm nahestehende Person schreibt, dies jedoch nicht direkt sagen möchte, weil unter der Kasuistik sein Name steht, kann er den Fall so beschreiben, als ob es sich um jemanden Dritten, einen Klienten, handelt.


Kurse

Die Kurse werden in der Regel in tschechischer Sprache gehalten. Es finden aber auch Webinare, Konferenzen und Workshops auf Englisch und künftig auch auf Deutsch statt. Die genauen Termine werden rechtzeitig auf dieser Website publiziert.

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Erfahrungen von Patienten

Die Autopathie hat bereits vielen Menschen geholfen. Hier können Sie die Erfahrungen einiger behandelter Patienten ansehen oder lesen.

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