Drei Fälle von Autopathie

8.1.2008 | Jiri Cehovsky | jiri.cehovsky@alternativa.cz

Hoffnungslosigkeit

Elisabeth, 59 Jahre (sie sah 10 Jahre alter aus), kam mit Krücken und in Begleitung in meine Beratungspraxis. Sie konnte sich nur mit Mühe bewegen, da sie seit sieben Jahren dauernd Knie- und vor allem Hüftgelenksschmerzen hatte. Um diese Schmerzen einigermaßen in den Griff zu bekommen, musste sie 2x täglich starke Schmerzmittel nehmen. Tat sie das nicht oder nicht rechtzeitig, war sie nicht einmal mehr in der Lage, in ihrer Wohnung ein paar Schritte zu gehen. Wenn sie außer Haus ging, blieb sie aber nur im Garten oder in der Nähe des Hauses, weiter konnte sie nicht. Sie litt außerdem an ständigen Rücken- und Kreuzschmerzen. Ihr Zustand verschlechterte sich. Dazu kamen Schmerzen in der Leber und in der Bauchspeicheldruse. In den vergangenen drei Jahren hatte sie auch Schwierigkeiten mit der Galle, hatte sogar einen Anfall erlitten und war in die Notaufnahme eingeliefert worden. Sie war entsprechend verhärmt und verzagt. Ihr Zustand war für sie schwer zu ertragen. Sie lebte nur durch die Hoffnung, diese Krankheiten irgendwie doch noch bezwingen zu können. Sie ging von Arzt zu Arzt, besuchte Kräuterheiler und Homöopathen. Sie las alle möglichen Gesundheitsbücher und stieß dabei auch auf mein Buch über Autopathie (Speichel, Der heilende Saft).

Ich gab ihr die autopathische Flasche, die zur Verdünnung oder „Potenzierung“, wie wir Homöopathen sagen, des eigenen Speichels für die Selbsttherapie zu Hause verwendet wird. Für die Selbstbehandlung liegt der Schachtel mit der Flasche eine einfache Anleitung bei, wie der Speichel verdünnt wird und welche Regeln dabei beachtet werden müssen. Ich sagte ihr, dass sie 2 Liter Quellwasser ohne Kohlensäure und ohne künstliche Chemikalien verwenden soll, wie man es in jedem Supermarkt erhält. Das autopathische Präparat sollte sie nur einmal anwenden und zwar unmittelbar nach dem Herstellungsvorgang. Sie sollte alles nur einmal durchführen und dann abwarten. Sie machte sich zuerst Sorgen, ob sie bei ihrem gesamten physischen Unvermögen in der Lage sein würde, das Präparat mit der Flasche auch herzustellen. Aber ich versicherte ihr, dass die Herstellung nicht schwerer oder komplizierter ist als eine Tasse Kräutertee zuzubereiten. Zudem bereitet man es nur einmalig, einmal in vielen Monaten zu.

Die Anwendung sollte eine innere Änderung verursachen, die einen langfristigen positiven Prozess auslöst, so wie wir es aus der klassischen Homöopathie kennen.

Nach zwei Monaten kam sie zur Kontrolle und brachte ihre Aufzeichnungen über ihre Entwicklung seit der ersten Verabreichung des Präparates mit. Sie hatte das Präparat zwei Tage nach ihrem ersten Besuch hergestellt. Nach der Anwendung hörten die Schmerzen sofort auf und sie hatte seitdem auch keine Schmerzmittel mehr eingenommen, von denen sie vorher abhängig gewesen war. Die Gelenksschmerzen tauchten nur noch einmal für knapp vier Stunden auf, und zwar einen Monat nach der Verabreichung.

Eineinhalb Monate nach der Anwendung des Präparates hörten auch die Leber- und Bauchspeicheldrüsenschmerzen auf. Auch die Gallenprobleme verschwanden. Sie konnte wieder aufrecht und ohne Stock in der Wohnung und auch im Garten gehen. Den Stock nimmt sie nur noch für längere Spaziergänge außer Haus. Sie ist wieder gut gelaunt und hat Freude am Leben. Während unseres Gesprächs lächelt sie.

Auch nach einem halben Jahr hatte sie weiterhin keinerlei Beschwerden mit Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse. Doch die Gelenksschmerzen kamen ab und zu zurück, aber in einem viel schwächeren Ausmaß. Dies wertete ich als eine Wirkungsreduktion nach der ersten Dosis und empfahl ihr, das autopathische Präparat aus dem eigenen Speichel erneut anzuwenden. Auf die Schachtel mit der autopathischen Flasche schrieb ich diesmal, sie solle für die Herstellung diesmal 4 Liter Wasser, also das Doppelte der ursprünglichen Menge, verwenden.

Nach weiteren vier Monaten fühlte sie sich nun auch psychisch viel besser. Kleinigkeiten konnten sie nicht mehr so leicht aufregen- es war übrigens ihr lebenslanges Problem gewesen. Galle, Leber und die Bauchspeicheldrüse waren weiterhin beschwerdefrei, die Rücken- und Kreuzschmerzen kamen nicht mehr zurück. Das Hüftgelenk machte sich nur hin und wieder bemerkbar, vor allem, wenn sie es mit der Arbeit im Garten oder mit dem Spaziergehen (vorher überhaupt nicht möglich) übertrieben hatte. Sie ging nun beispielweise zu einem 1 km entfernten Friedhof; vorher hatte sie nicht einmal „um die Ecke“ gehen können. Sie nahm keine Medikamente mehr. Ihre gesundheitliche Genesung in nicht einmal einem Jahr bezeichnete sie selbst als „unerwartet und enorm“. Wir vereinbarten damals eine weitere Kontrolle in einem halben Jahr. Falls es Probleme geben sollte, sollte sie mich anrufen. Bisher hat sie sich nicht gemeldet. Mit ihrer Erlaubnis habe ich unsere Begegnung auf Video aufgezeichnet und zeige sie manchmal, zusammen mit anderen Fällen, an meinen Autopathie-Kursen.

Asthma

Bettina war 16 Jahre und lebte in Bayern. Sie kam im Herbst 2002 mit ihrer Mutter zu mir. Wir sprachen Englisch zusammen. Ich erfuhr, dass sie an starkem Bronchialasthma litt. Es bestand eine genetische Disposition, da schon ihr Großvater mütterlicherseits an Asthma starb. Die Beschwerden bestanden bereits seit fünf Jahren. Erstmals trat die Atemnot nach der Scheidung der Eltern und der Trennung vom Vater auf. Bettina wachte häufig in der Nacht auf und bekam keine Luft. Schon beim Treppensteigen in den ersten Stock bekam sie starke Atemnot. Nach Anfällen musste sie sich auf den Boden legen, damit sie sich wieder beruhigen und erholen konnte. Regelmäßig benutzte sie ein Spray zur Lockerung des Krampfes. Aber die Wirkung war nur begrenzt. Sie musste auch noch weitere Medikamente nehmen. Nach jedem Asthmaanfall war sie sehr müde. Sie litt außerdem an einem Stickhusten. Aufgrund ihrer Krankheit konnte sie weder Rad fahren noch bergauf gehen, weil sie sofort ermüdete und keine Luft bekam. Schon fünf Minuten Gehen auf ebener Straße führte zu Erschöpfung. Kleinere Ereignisse lösten bereits Angstgefühle aus, z.B. vor den täglichen Treffen mit ihrem Freund oder vor einer Party. Bettina ist durchaus gesellig, allerdings auch schnell beleidigt. Bei ihrem ersten Besuch empfahl ich ihr eine sorgfältig ausgewählte, hoch potenzierte Arznei nach der klassischen Homöopathie, die sie nur einmal nehmen sollte.

Zehn Monate später besuchte sie mich wieder und berichtete über ihre Entwicklung. Die Atmung hatte sich nach der Anwendung der Arznei für lange Zeit stark verbessert. Im Winter und im Frühjahr war sogar ihre chronische Müdigkeit abgeklungen. Vor drei Wochen war allerdings plötzlich eine generelle Verschlechterung eingetreten. Jeden zweiten Tag hatte sie nun wieder asthmatische Beschwerden und musste das Spray und die Tropfen wieder einnehmen. Nach jedem Anfall bekam sie Kopfschmerzen. Sie war dauernd müde. Sie hustete. In der Nacht wachte sie auf. Ich gab ihr die autopathische Flasche und empfahl ihr, sich darin nach der englischen Anleitung ihren eigenen Speichel mit fünf Liter Wasser zu potenzieren.

Die weitere Kontrolle erfolgte drei Wochen später telefonisch. Sie teilte mir mit, dass sich ihre Atmung verbessert harte. Der Husten dauerte aber noch an. Gleich nach der Anwendung kamen Kopfschmerzen, die sie von vorher kannte, allerdings nur einmal. Ein ziemlich typisches Phänomen.

Zwei Monate nach der Anwendung hatte sie nur noch leichten Husten. Sie musste nicht mehr nach jeder kleinen Anstrengung husten. Auch nachts wachte sie nicht mehr auf. Auch die Atemnot war weg. Sie benötigte kein Spray und keine weiteren Medikamente mehr. Einmal hatte sie Kopfschmerzen, gegen die sie ein Aspirin nahm. Jetzt bekam sie aber Schmerzen an beiden Knien. Diese Beschwerde harte sie in der Kindheit ab und zu gehabt – also ein altes Umkehrsymptom.

Dann, sechs Monate nach der Anwendung berichtete mir ihr Stiefvater verwundert: Bettina ist plötzlich fleißig und arbeitet gern. Sie hilft zu Hause mit und hält ihr Zimmer ordentlich und rein, was sie früher völlig ablehnte. Sie fühlt sich jetzt psychisch viel besser und ist witzig. Sie hat überhaupt keinen Husten und keine Atemnot mehr und ist aufgeweckt. Auch ihre Knie schmerzen nicht mehr.

Acht Monate nach der Anwendung: Bettina hat keine Probleme, ist fleißig und ist sowohl schulisch als auch gesellschaftlich voll ausgelastet.

Elf Monate nach der Verabreichung rief der Stiefvater erneut an und berichtete über ihren Zustand: Bettinas Atmung ist immer noch gut, sie hustet nicht und fühlt sich auch nicht müde, aber seit Kurzem treten erneut die Kopfschmerzen auf. Bettina ist auch wieder grantig. Ich empfehle eine Verdünnung mit 10 Litern in der autopathischen Flasche, die sie letztes Mal als Reserve mitgenommen hat. Seither habe ich mehrmals mit ihrer Mutter bzw. ihrem Stiefvater wegen ihrer eigenen Gesundheitsbeschwerden gesprochen, zum letzten Mal am Tag bevor ich diese Zeilen schreibe. Seit der letzten Anwendung sind nun sieben Monate vergangen. Die Tochter ist in Ordnung, es gibt nichts mehr zu heilen.

Eine Selbstbehandlung

Ein junger, gut aussehender, 26-jähriger Mann, nennen wir ihn Karl. Trotz seiner Geschichte wirkt er eigentlich sehr ausgeglichen, liebenswürdig und natürlich. Seit sieben Jahren ist er wegen der Diagnose Schizophrenie in Behandlung. Die Probleme tauchten erstmals nach einer toxischen Psychose auf, die durch LSD verursacht worden war. Seitdem leidet er an Wahnvorstellungen und akuten Angstzuständen und hört Stimmen. Er kann sich an seinen Normalzustand zuvor nicht mehr erinnern und denkt, er habe sich schon immer in diesem fürchterlichen Zustand befunden. Während des Aufenthaltes in einer psychiatrischen Anstalt nahmen seine Beschwerden zu. Er bekam zahlreiche Medikamente, aber ohne positive Wirkung. Drei Tage vor Beginn der Elektroschock-Therapie vergingen die Wahnvorstellungen allerdings plötzlich. Er nahm weiterhin Medikamente, nun aber in wesentlich niedrigeren Dosen. Einige Monate musste er gar keine Medikamente nehmen. Er war arbeitslos und im letzten Halbjahr fühlte-er sich wieder schlechter. Er verspürte Spannungen im Kopf, die Zwangsgedanken und Ängste tauchten auch wieder auf. In Menschenmassen bzw. überhaupt wenn er sich unter Menschen befand, z.B. beim Arzt, geriet er manchmal in Panik. Es hatte klaustrophobische Gefühle. Als sein Hauptproblem bezeichnete er die Spannungen im Kopf. Als größte von der Krankheit verursachte Einschränkung nannte er die „mangelnde Kontrolle über meinen Geist“. Außerdem war während der letzten vier Jahre dauernd seine Nase verstopft, was er als sehr unangenehm empfand.

Seit seiner Kindheit litt er unter Allergien, die mit gewöhnlichen Mitteln behandelt wurden und aus denen sich vor drei Jahren Asthma entwickelte. In dieser Zeit kam auch ein andauernder Erschöpfungszustand hinzu, der ihn bis Oktober 2004 quälte. „Ende Oktober verschwand er aber. Und wissen Sie warum?“ fragte er, und schilderte weiter: „In dieser Zeit las ich Ihr Buch über Autopathie. Ich bereitete mir nach der Bedienungsanleitung das autopathische Präparat 30 C zu. Danach hat sich mein Gesamtzustand um Einiges gebessert.“ Auf einer Diskette legte er mir seine Notizen vor, die er nach den Anweisungen im Buch von Anfang der Anwendung niedergeschrieben hatte. Ich zitiere hier den Schluss:

12. Januar – Zusammenfassung meiner zweieinhalbmonatigen Behandlung:

  • Nach Anwendung des verdünnten Speichels vergingen die Müdigkeit und die Lethargie sofort, dieser Zustand dauert bis heute an.
  • Meine Ängste verschwanden, jedenfalls habe ich seither keine ausgeprägten panischen Gefühle mehr verspürt. Ich kann es aber noch nicht ganz glauben, d.h. ich weiß nicht wirklich, ob es weg ist…
  • Verschiedene psychische Minderwertigkeitsgefühle, die damit verbunden waren, sind ebenfalls verschwunden.
  • Das Gefühl der Stabilität hat sich verstärkt, mein Wille ist viel stärker geworden.
  • Meine Anbindung an die Umwelt hat sich verbessert, die Wahrnehmung des Raumes ist nicht mehr mit großer Anspannung verbunden.
  • Die Verflachung auf gefühls- und emotionaler Ebene, verursacht durch die Medikamente, ist geringer.
  • Wahrend des Tages ist mein Nase viel freier, in der Nacht ist sie aber immer noch verstopft.
  • Durch Übungen konnte ich meine verkürzten Sehnen wieder etwas dehnen.
  • Ich hörte auf, unglücklich (hervorgehoben von J .C.) zu sein, ich beschäftige mich nicht mehr mit dem Unglück in der Vergangenheit, ich befinde mich mehr in der Gegenwart!

Kommentar:

Diese aus einer Fülle weiterer mehr oder weniger stichprobeweise ausgewählten drei Beispiele haben gewisse Gemeinsamkeiten. Es ging dabei immer und ein Gebilde von Beschwerden, das zuvor mehr oder weniger ohne Erfolg mit konventionellen Medikamenten behandelt worden war. Es ging dabei immer um ernste chronische Zustände mit einer ungünstigen Prognose. Stets trat kurz nach der ersten Einnahme eine radikale Besserung ein. Die längste Beobachtungsperiode habe ich beim Fall der (früher asthmatischen) jungen Deutschen – nämlich zweieinhalb Jahre.

Der letzte Fall zeigt, dass auch die Selbstbehandlung sehr wirkungsvoll sein kann, auch wenn es bei der Behandlung von ernsten Zuständen immer angebracht ist, einen Fachmann zur Hand zu haben, der einem die Richtung auf dem steinigen Weg zur Genesung weist.

Allmählich gelange ich zur Einsicht, dass seit der Zeit, seit es die Autopathie gibt, die Menschen nicht mehr krank sein müssen, wenn sie es wirklich nicht wollen – dies galt aber möglicherweise bereits früher. Es gibt auch die autopathische Prophylaxe, die ein weiteres Abgleiten in die Krankheit verhindert. Natürlich ist der Weg aus schweren und langjährigen Erkrankungen verschlungen – aber er führt hinaus in die Freiheit von der Krankheit. Wenn wir nicht von ihm abweichen, beispielsweise aus Ungeduld, falschen Vorstellungen und Meinungen oder schlechten Ratschlägen anderer, so kann uns niemand an der Genesung hindern. Ich sehe die Autopathie als neuen, wesentlichen, qualitativen Schritt in der Entwicklung der Homöopathie. Ein Schritt vom Ähnlichen, Similimus, zum Gleichen. Gleiches heilen wir mit Gleichem.

Es ist interessant, sich in diesem Zusammenhang bewusst zu machen, dass das griechische Wort „homeo“ eigentlich nicht „ähnlich“, sondern in erster Linie „gleich“ bedeutet.


Kurse

Die Kurse werden in der Regel in tschechischer Sprache gehalten. Es finden aber auch Webinare, Konferenzen und Workshops auf Englisch und künftig auch auf Deutsch statt. Die genauen Termine werden rechtzeitig auf dieser Website publiziert.

kurz Weitere Kursea

Erfahrungen von Patienten

Die Autopathie hat bereits vielen Menschen geholfen. Hier können Sie die Erfahrungen einiger behandelter Patienten ansehen oder lesen.

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