Behandlung von Epilepsie

24.4.2014 | Katerina Uhrickova | katerina.uhrickova@seznam.cz

Eine Klientin, etwas über zwanzig, kam Ende November 2012 wegen epileptischer Anfälle zu mir, unter denen sie seit ihrem 17. Lebensjahr litt. Die Anfälle hatte sie im Schnitt alle vierzehn Tage, tags und auch nachts. Trat der Anfall tagsüber auf, fiel die Klientin für etwa eine halbe Stunde in Ohnmacht. Nach dem Erwachen fühlte sie sich den restlichen Tag lang matt mit einem Gefühl, als befände sie sich nicht in ihrem eigenen Körper, durcheinander, konnte nicht konstruktiv denken und ihre Motorik war schlechter. Hatte die Klientin den Anfall während des Schlafs, fühlte sie sich den ganzen nächsten Tag genauso aus der Bahn geworfen wie bei einem Anfall tagsüber. Immer, wenn sie einen Anfall in der Öffentlichkeit hatte, machte sie sich Vorwürfe, sie sei unmöglich, falle allen zur Last und beschimpfte innerlich jene Menschen, die sie mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus bringen ließen. Das heißt, sie war nach dem Erwachen aus der Ohnmacht oft gegenüber sich selbst und ihrem Umfeld schlecht gelaunt. Die Klientin nahm zweimal täglich zwei Arten von Medikament ein: das Nahrungsergänzungsmittel Magne B6 sowie Valproat zur Unterdrückung der Anfälle. Offensichtlich dämpfte sie diese Medikation stark, denn auf den ersten Blick wirkte die Klientin mental leicht behindert, was noch durch die Tatsache unterstützt wurde, dass die rechte Gesichtshälfte etwas seitlich herabhing. Daran war teilweise eine sieben Jahre zurückliegende, missglückte Operation schuld. Die Ärzte entfernten ihr eine Zyste aus dem Gehirn, die sie bereits seit ihrer Geburt hatte. Dabei durchtrennten sie den rechten Ohrennerv. Die Anfälle traten fast immer in Stresssituationen auf, besonders im Zeitraum vor schulischen Prüfungen.

Die Kommunikation mit der Klientin war nicht einfach, sie erforderte viel Zeit und Geduld. Sie hatte Mühe, die richtigen Ausdrücke zu finden, konnte sich an grundlegende Wörter nicht erinnern, weswegen sie sich unmöglich und unfähig vorkam. Sie wirkte wie ein verpuppter Schmetterling, denn innerlich war sie völlig aufnahmefähig und gescheit, nach außen jedoch war ihr Redefluss sehr zäh. Oft verfluchte sie ihre Langsamkeit, nicht nur in der Kommunikation. Sie litt unter einem sehr geringen Selbstbewusstsein und es schien, dass ihre Familie ihr Selbstbewusstsein nicht gerade fördere. Sie wurde meist noch dafür gerügt, dass sie in Ohnmacht gefallen war und sich dabei auch noch verletzt hatte. Gleichzeitig war bei der Klientin eine starke Fixierung auf die Familie ersichtlich, wie wenn sie mental und in ihrer Entwicklung auf dem Stand der beginnenden Pubertät stehen geblieben wäre. Die Familie stellte jedoch Ansprüche an sie, die sie aufgrund ihres Zustands nicht erfüllen konnte, und sie wurde von ihren Nächsten oft mit ihrem Umfeld verglichen, was die Klientin frustrierte. Sie war in keiner Beziehung, sie fühlte sich nicht attraktiv und nicht intelligent genug, doch sie hätte gerne eine gehabt. Zum letzten Mal war sie in der Mittelstufe platonisch in einen Jungen verliebt, der bei einem Autounfall verbrannte, als sie sechzehn war. Das war für die Klientin ein Riesenschock, von dem sie sich lange nicht erholen konnte, und der meiner Meinung nach einer der Hauptauslöser der Epilepsie war. Von da an begann sie sich zu verschließen, sie konnte nicht verstehen, warum ein so schöner und junger Mensch sterben musste.

Ansonsten fühlt sich die Klientin gesund, sie hat keine Beschwerden, weder gängige Erkrankungen wie Grippe noch im Bewegungsapparat, sie hat einen guten Schlaf.

Der Klientin wurde eine Behandlung mit einem autopathischen Präparat aus nicht abgekochtem Atem aus einem Liter Wasser, einmal wöchentlich, empfohlen. Dies sollte sie sechsmal wiederholen und dann zur Kontrolle kommen.

Die erste Kontrolle erfolgte Anfang Januar 2013, also etwa nach fünf Wochen. Während der autopathischen Behandlung hatte sie drei Anfälle. Der Erste trat in der Schule vor den Prüfungen auf; sie wurde mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Wegen diesem Erlebnis entschied die Klientin, ihr Studium an der pädagogischen Schule vorzeitig abzubrechen. Diese Entscheidung war eine große Erleichterung für sie, denn der in der Prüfungsphase durchlebte Stress fiel weg. Den zweiten Anfall hatte die Klientin im Bus, als sie ein Rezept beim Arzt holen wollte. Erneut wurde der Krankenwagen gerufen und die Klientin erwachte erst im Krankenhaus. Doch sie spürte eine Veränderung, denn vor dem Anfall hatte sie das Gefühl, sie könne die kommende Situation bewältigen, sie schaffe das. Nach dem Aufwachen im Krankenhaus fühlte sie sich nur zehn Minuten schlecht gelaunt und verwirrt, danach trat ihr üblicher mentaler, psychischer und physischer Zustand wieder ein. Der nächste Anfall kam in der Nacht, doch am Morgen fühlte sie sich erholt und ausgeschlafen.

Die Klientin fühlt sich insgesamt besser, abgesehen von den Anfällen ist sie gesund, sie hat keine Schmerzen oder weitere Beschwerden und schläft gut. Auf den ersten Blick wirkt sie aufgeweckter, während des Gesprächs stockt sie nicht mehr so oft, der Redefluss fließt besser und sie kritisiert sich weniger. Sie beginnt, die Beziehungen in der Familie auf gesunde Weise zu reflektieren. Die Medikation hat sie auf die halbe Dosis reduziert, weil ihr die Medikamente ausgehen und ihr Arzt im Urlaub ist. Sie hat festgestellt, dass ihr die niedrigere Dosis eigentlich besser passt und sich dies überhaupt nicht auf die Häufigkeit der Anfälle auswirkt. Wir verabredeten unterstützende Techniken nach Eckhart Tolle, denn die Klientin interessiert sich auch um die geistige Sphäre des Daseins. Also das bewusste Lockern von Körper und Geist sowie der Technik des bewussten Atmens, die ihr zum besseren Kontakt mit sich und ihrem Körper helfen sollen. Sie interessiert sich auch um die geistige, also die karmische Ursache für das Sterben ihrer großen, platonischen Liebe aus der Mittelstufe.

Für die weitere Behandlung wählte ich ein autopathisches Präparat aus nicht abgekochtem Atem zuerst aus 2,5 Liter Wasser, verabreicht einmal pro Woche dreimal in Folge, danach ein Präparat aus 3 Liter Wasser, ebenfalls dreimal jeweils einmal pro Woche.

Die Klientin erschien Ende Februar 2013 zur nächsten Kontrolle. Die Anfälle hat sie nur noch tagsüber und zwar immer, wenn sie bei Oma und Opa zu Besuch ist. Sie sieht in ihnen ihren Spiegel und wird sich ihrer angeeigneten Programme und familiärer Muster bewusst, die über ihre Mutter auch auf sie übertragen werden und die ihre Freiheit beschränken. Die Großeltern gestehen der Klientin nur einen kleinen Teil freien Willens zu. Während des Anfalls wird die Klientin ohnmächtig, doch nach dem Aufwachen fühlt sie sich ganz bei sich und gut. Mehrere sich abzeichnende Anfälle vermochte die Klientin durch Bewusstmachen und den eigenen Willen abwenden. Sie erkennt die Gefühle vor einem Anfall bereits genau.

Die Kommunikation mit der Klientin ist erneut besser als bei der vorgängigen Kontrolle, sie stockt praktisch nicht und auf den ersten Blick achtet sie mehr auf ihr Äußeres, schmückt sich und sieht gut aus. Sie wirkt „entpuppter“, ihr Innenleben ist mehr im Einklang mit dem äußeren Verhalten und Aussehen. Sie hat eine Stelle gefunden, die ihr zuerst Spaß machte, dann begann sie aber, sich durch ihr Umfeld wegen ihrer Langsamkeit unter Druck zu fühlen, und beschloss, nach einem Monat zu gehen. Sie fühlte sich erleichtert, sie konnte dort nicht mit ihren Arbeitskollegen umgehen, denen sie sich gegen Ende, kurz vor ihrem Austritt, entgegenstellte und ihnen sagte, was sie von ihnen halte. Für sie bedeutete dies eine große Veränderung bezüglich ihrer Einstellung gegenüber sich selbst und ihrem eigenen Abgrenzen gegenüber den anderen. Zuhause wurde sie dafür gescholten, aber der Klientin war es egal, sie weiß, dass sie tat, was sie tun musste.

Sie nimmt weiterhin die vom Arzt verordneten Medikamente, hat keine saisonalen Krankheiten oder andere Beschwerden und schläft gut. Zur Entspannung bei Gefühlen von Wut, Trotz oder ähnlichen Emotionen wurde ihr mehr und dynamischere Bewegung an der frischen Luft empfohlen, Inlineskates oder Joggen, was die Klientin gern tut. Dabei stellte ich eine starke Isolation der Klientin fest, die Angst hat, nach draußen zu gehen. Eigentlich geht sie nur zum Einkaufen, Arbeiten, für das Studium oder zum Arzt aus dem Haus, und dies nur tagsüber. Ich empfahl ihr mehr Offenheit im gesellschaftlichen Umgang mit Gleichaltrigen. Es überraschte sie, dass sie abends eigentlich allein irgendwo hin gehen könnte, ins Café, tanzen oder ins Kino, und offensichtlich gefiel ihr diese Idee.

Als weiteres Vorgehen bei der Behandlung wählte ich ein autopathisches Präparat hergestellt aus drei Litern, diesmal bis zur nächsten Kontrolle abwechslungsweise aus abgekochtem Speichel und abgekochtem Atem. Ich spürte, dass wir uns bei der Behandlung nun eine stärkere Dynamisierung erlauben durften.

Die letzte Kontrolle erfolgte Mitte April 2013. Die Klientin beginnt, sich ihren nächsten Angehörigen, die sie bisher unterdrückten, zu wiedersetzen. Das bedeutet, dass sie ihre negativen Emotionen und innere Anspannung nach außen zeigen kann und sie nicht in ihrem Inneren unterdrückt. Sie vertritt nun ihre Meinung. Es schien, als hätte bei ihr die richtige Pubertät eingesetzt, die sie nicht durchlebt hatte. Ob sie einen Anfall gehabt habe, musste ich die Klientin Mitte der Sitzung direkt fragen, und wir stellten beide überrascht fest, dass seit über zwei Monaten kein Anfall mehr aufgetreten war. Sie fühlt ein Bedürfnis nach mehr Freiheit, nach einer eigenen Wohnung und dem Kennenlernen der Außenwelt. Sie fühlt sich viel besser. Sie hat ihre frühere Lehrerin getroffen, die ihr einen Platz im Singchor angeboten hat, die die Klientin auch angenommen hat. Die Klientin singt sehr gern, sie lernt neue Menschen kennen und stellt allmählich fest, dass sie nicht völlig nutzlos ist und dass sie auch etwas kann. Das Singen füllt sie aus und steigert ihr Selbstbewusstsein, sie hat mehr Selbstwertgefühl.

Die Kommunikation mit der Klientin ist viel zusammenhängender, sie spricht schneller und lacht viel. Sie ist fröhlicher und allmählich gefällt ihr auch ihre Figur.

Die Kontrolle im April war die letzte, zu der die Klientin gekommen ist. Mich interessierte, wie sich ihr Fall weiterentwickelt, und weil wir ein gutes Verhältnis miteinander hatten, schrieb ich ihr Anfang 2014, um zu erfahren, wie es ihr geht. Sie antwortete mir und ich zitiere hier wörtlich: „Guten Tag, entschuldigen Sie, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Bezüglich der Epilepsie fühle ich mich hervorragend, ich habe nicht mal vor Prüfungen Anfälle.“ Das bedeutet, dass die Klientin seit elf Monaten keinen epileptischen Anfall mehr gehabt hat und keine weitere Behandlung mehr nötig ist, wenigstens bis auf weiteres.

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