AUTISMUS, zehnjähriger Junge

16.10.2016 | Dr. Martina Kormundova | martina.kormundova@gmail.com

Der Junge wurde als Frühchen in der 34. Schwangerschaftswoche wegen vorzeitigem Verlust des Fruchtwassers und einer Risikogeburt nach einem Unfall der Mutter während der Schwangerschaft (Treppensturz) geboren. Geburtsgewicht 2450 g, Apgar in Norm, nachgeburtliche Gelbsucht ohne Phototherapie.

Nur 3 Monate gestillt, danach Übergang zu Flaschennahrung, da die Mutter zu wenig Milch hatte. Beide Elternteile gesund, ältere Schwestern gesund. Seit Geburt leichter reizbar, weinerlich.

Impfungen gemäß Impfplan, nach jeder Impfung immer sehr unruhig, gereizt, weint, gerötet, schmerzhafte Schwellung an Einstichstelle, 2-3 Tage erhöhte Temperatur.

Entwicklungsabweichungen konnten die Eltern bereits im Krabbelalter beobachten, wo er nicht kommunizierte und nur mit einem Plüschbar und Plüschfuchs spielte. Generell wollte er nicht kommunizieren, wenn ihm etwas nicht erlaubt wurde, er begann sich aufzuregen und wiederholte ein stereotypes Verhalten – meistens schaukelte er sich im Sitzen vor und zurück, schlug mit dem Rücken gegen die Wand und gab stereotype Laute von sich.

Von klein auf schlechter Esser, isst nur bestimmte Lebensmittel, lehnt jegliches „bunte“ Obst und Gemüse ab, bevorzugt trockene Nudeln und Reis.

Verspätete Sprachentwicklung, wiederholte nur wenige Wörter, hatte seinen eigenen, brabbelnden Jargon, wollte nicht mit den Kindern spielen, sonderte sich aus dem Kollektiv ab, suchte die Anwesenheit Erwachsener. In seinem Zimmer lief er ständig im Kreis, führte monotone Bewegungen aus, reagierte nicht auf Ansprache. Immer öfter Wutanfälle aus den nichtigsten Gründen, danach Weinen. Selbstverletzung – er kaute seine Nägel, biss sich in die Hand, schlug mit dem Kopf gegen Wand und Türe, ließ sich absichtlich aus der Höhe auf den Boden fallen. In der Nacht Beklemmungszustände, die Nachtlampe musste immer brennen, auch in der Nacht kontrollierte er den Bereich unter dem Bett. Hörte er sich Märchen an, reagierte er intensiv auf die spannenden Passagen.

Von klein auf spielte er am liebsten allein, schwatzte monoton mit seinen Lieblingsplüschtieren, sonderte sich von anderen ab. Bei einem Wutanfall konnte er auch seine Geschwister oder Mutter schlagen, er kaute seine Haare und trug seine Lieblingsspielsachen, die er beschützte, immer mit sich. Wollte sie ihm jemand wegnehmen, löste das eine aggressive Gegenwehr aus.

Er sprach mit sich selbst, reagierte nur auf Ansprache, wenn er Lust dazu hatte, wenn er zuhörte, machte er Sprachmelodie und -intonation nach – wie ein Papagei.

Interessant war, dass den Eltern die Entwicklung ihres Kindes normal vorkam, obwohl sich beide Töchter anders entwickelt hatten. Die Eltern begrüßten im Gegenteil sogar, dass er so lieb sei, allein spiele, niemanden brauche und nur nicht sprechen wolle. Bis zu seinem fünften Lebensjahr war er mit Mutter und Großmutter daheim, weil er oft kränklich war, schickten sie ihn nicht einmal an Gruppenaktivitäten. Die Mutter arbeitete von zuhause aus und es passte ihr, dass er ein solcher Einzelgänger war…

Des Unterschieds wurden sie sich erst im Vorschulalter voll bewusst, als sie ihn das letzte Jahr vor der 1. Klasse in den Kindergarten schicken wollten und einen Arzt aufsuchten. Die Empfehlung lautete, die Schule aufzuschieben.

Mit 7 Jahren begann die Mutter, mit ihm zu lernen, er konnte zeichnen – zeichnete aber monotone Bilder, Berge, den Himmel, die Wolken… immer das Gleiche. Er hatte Anfälle, wenn er nur so Schmierereien zeichnete, dann hatte er auch die Tendenz, außerhalb des Papiers rumzuschmieren, auf dem Tisch, dem Boden, den Möbeln, den Wänden. Wurde er daran gehindert, hatte er einen Wutanfall.

Es wurde eine immunologische Untersuchung durchgeführt, keine Bestätigung von Gluten- oder Laktoseintoleranz, keine signifikante Immunpathologie, einzig ein atopisches Ekzem wurde bestätigt.

Die Eltern machten mit ihm Elektroakupunktur nach Voll – Feststellung einer Belastung mit den geimpften Wirkstoffen, Belastung der Glia und Allergie, inklusive Lebensmittelallergie, obwohl dies auf der Immunologie nicht festgestellt wurde. Die Untersuchung war mühsam, er ließ die Elektrode los, konnte nicht stillsitzen, lief davon und drehte sich um die eigene Achse, machte ein Flugzeug nach und verlangte nach seinen Plüschtieren.

Erster Besuch bei mir mit 8 Jahren –  Oktober 2014

Mit 8,5 und 9 Jahren absolvierte er in eineinhalb Jahren 2x einen Zyklus von 40 Einheiten in der HBO-Druckkammer zusammen mit der Autopathie.

Zuerst abgekochter Speichel 2x wöchentlich, von 2 bis 4 Liter. In einem Jahr Besserung des Ekzems und relativ häufig Entzündung der oberen Atemwege. Der Junge hielt sich bei den Kontrollen nicht mehr krampfhaft am Bein der Mutter fest und konnte zeitweise sogar kurz Augenkontakt aufnehmen. Wenn er wollte, gab er sogar das Spielzeug, zeigte auf einen Gegenstand – die Zeitspannen, in denen er kommunizierte und nicht „in seiner Welt“ war, wurden länger. Nach der zweiten Serie von 40 Einheiten in der Druckkammer begannen wir mit der Autopathie aus Prana 5, zweimal pro Woche, zuerst aus 2, dann aus 3 und schließlich aus 4 Liter. Es kam zu einer Besserung der Wahrnehmung, zu Augenkontakt und zur Kommunikation mit dem Umfeld, wenn er zu ihm Vertrauen gefasst hatte. In der Druckkammer hielt er eine Einheit von 60 Minuten aus, wegen seiner kleinen Körpergröße war die Mutter mit in der Kammer, er lag auf ihrem Bauch.

Es bewährte sich eine Kombination von zwei autopathischen Flaschen gleichzeitig: 1-2x wöchentlich abgekochter Speichel bis höchstens 6l, beim Versuch, auf 8l zu erhöhen, kam es zu einer starken Verschlechterung: Unruhe, Beklemmung, Verschlimmerung des Ekzems. Danach 1-2x wöchentlich abgekochter Atem, ebenfalls 2-4l. Wir machten auch Autopathie aus Stuhl – die Verdauung normalisierte sich, stärkerer Appetit, weniger Blähungen, Stuhlgang regelmäßiger, markante Besserung des atopischen Ekzems. Parallel dazu Autopathie aus Prana 1 oder Prana 5, ebenfalls bis 6 Liter und 1-2x pro Woche. Die Mutter verabreicht die Autopathie sehr intuitiv, wie sie es spürt, und schreibt alles vorbildlich auf.

Nach zwei Jahren Autopathieanwendung kommuniziert der Junge bei der Kontrolle nach einer Weile, antwortet, aber nur auf das, was ihn interessiert. Will man etwas von ihm, das ihm nicht gefällt, schließt er sich in seine Welt ein und lehnt die Zusammenarbeit ab, kommuniziert nicht. Kommuniziert man aber so mit ihm, dass er Vertrauen fasst und es ihm Spaß macht, beginnt er zu kooperieren und erfüllt Aufforderungen, gibt Antwort, zeigt Bilder und führt kleine Fertigkeiten vor.
Wenn wir ihn dazu zwingen möchten, mit einem Therapeuten oder Erzieher zusammenzuarbeiten, wenn ihm etwas nicht gefällt oder er nicht will, haben wir keinen Erfolg und er verfällt in Apathie, Wut oder stereotype Bewegungen, bis er wieder die Sicherheit hat, dass ihm keine Gefahr droht.

Zurzeit besucht er eine spezielle Schule, hat eine persönliche Assistentin. Wenn er sich sicher und geborgen fühlt, ist er in der Lage, mit der Außenwelt zu kommunizieren und sich nicht in sein Schneckenhaus zurückzuziehen. Er spricht bereits verständliche Worte und kann erkennbare, sinnvolle Bilder malen. Man kann sich besser mit ihm verständigen, auf die Konsultationen freut er sich.

Die Autopathie habe ich noch mit den homöopathischen Mitteln Stramonium 30 CH 1x wöchentlich, jeden zweiten Tag Gelsemium 9 CH sowie den Präparaten FRM GUNA – Awareness und Cell und Brain ergänzt.

Ich denke, dass wir in 2,5 Jahren viel erreicht haben und es beim Jungen in jeder Hinsicht zu einer markanten Verbesserung gekommen ist.


Kurse

Die Kurse werden in der Regel in tschechischer Sprache gehalten. Es finden aber auch Webinare, Konferenzen und Workshops auf Englisch und künftig auch auf Deutsch statt. Die genauen Termine werden rechtzeitig auf dieser Website publiziert.

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Erfahrungen von Patienten

Die Autopathie hat bereits vielen Menschen geholfen. Hier können Sie die Erfahrungen einiger behandelter Patienten ansehen oder lesen.

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