Aus dem Buch Speichel, Der heilende Saft

29.3.2009 | Jiri Cehovsky | jiri.cehovsky@alternativa.cz

Asthma

Beispiel aus der Praxis: Relaps richtig erkennen

Bettina, 16, aus Bayern kam im Herbst 2002 mit ihrer Mutter zu mir. Sie litt an starkem Bronchialasthma. Es bestand eine genetische Disposition, da schon ihr Großvater mütterlicherseits an Asthma starb. Die Beschwerden bestanden bereits seit fünf Jahren. Erstmals trat die Atemnot nach der Scheidung der Eltern und der Trennung vom Vater auf. Bettina wachte häufig in der Nacht auf und bekam keine Luft. Schon beim Treppensteigen in den ersten Stock bekam sie starke Atemnot. Nach Anfällen musste sie sich auf den Boden legen, damit sie sich wieder beruhigen und erholen konnte. Regelmäßig benutzte sie ein Spray zur Lockerung des Krampfes. Aber die Wirkung war nur begrenzt. Sie musste auch noch weitere Medikamente nehmen. Nach jedem Asthmaanfall war sie sehr müde. Überhaupt war ihr Leben von einer chronischen Müdigkeit begleitet. Sie litt außerdem an einem Stickhusten. Aufgrund ihrer Krankheit konnte sie weder Rad fahren noch bergauf gehen, weil sie sofort ermüdete und keine Luft bekam. Schon fünf Minuten Gehen auf ebener Straße führte zur Erschöpfung. Kleinere Ereignisse führten zu Angstgefühlen, z.B.  vor den täglichen Treffen mit ihrem Freund oder vor einer Party. Bettina ist durchaus gesellig, allerdings auch schnell beleidigt. Bei ihrem ersten Besuch empfahl ich ihr eine sorgfältig ausgewählte, hoch potenzierte Arznei nach der klassischen Homöopathie, die sie nur einmal nehmen sollte.

Zehn Monate später besuchte sie mich wieder und berichtete über ihre Entwicklung. Die Atmung hatte sich nach der Anwendung der Arznei für lange Zeit stark verbessert. Im Winter und im Frühjahr war sogar ihre chronische Müdigkeit abgeklungen. Vor drei Wochen war allerdings plötzlich eine generelle Verschlechterung eingetreten (Achtung Relaps!). Jeden zweiten Tag hatte sie nun wieder asthmatische Beschwerden und musste das Spray und die Tropfen wieder einnehmen, die sie bereits nicht mehr benötigt hatte. Nach jedem Anfall bekam sie Kopfschmerzen (die Bewegung der Symptome in Richtung nach innen, das Gehirn ist ein inneres Organ, es bewegt sich gegen die Hering´schen Regeln). Sie war dauernd müde. Sie hustete. In der Nacht wachte sie auf, hatte ständig Schlafstörungen (Verschlechterung des psychischen Zustandes, ein inneres Problem). Nun empfahl ich ihr, die autopathische Methode anzuwenden. Zu Beginn sollte sie dazu ihren eigenen Speichel in der Autopathischen Flasche mit fünf Liter Wasser potenzieren.

Die weitere Kontrolle erfolgte telefonisch. Drei Wochen nach der Anwendung teilte sie mir mit, dass sich ihre Atmung verbessert hatte. Die Atemnot war abgeklungen. Der Husten dauerte aber noch an. Gleich nach der Anwendung kamen Kopfschmerzen, die sie von vorher kannte, allerdings nur einmal (ein alters Umkehrsymptom).

Zwei Monate nach der Anwendung hatte sie nur noch leichten Husten. Sie musste nicht mehr nach jeder kleinen Anstrengung husten. Auch nachts wachte sie nicht mehr auf. Auch die Atemnot war weg. Sie benötigte kein Spray und keine weiteren Arzneien mehr. Jetzt bekam sie aber Schmerzen an beiden Knien. Diese Beschwerde hatte sie in der Kindheit ab und zu gehabt (die Symptome drinnen vergingen, auf der Oberfläche, in den Knien verschlechterten sie sich, es bewegt sich daher nach der Hering´schen Regel von „innen nach außen“, gleichzeitig handelt es sich um ein altes Umkehrsymptom).

Dann, sechs Monate nach der Anwendung berichtete mir ihr Stiefvater verwundert: Bettina ist plötzlich fleißig und arbeitet gern. Sie hilft zu Hause mit und hält ihr Zimmer ordentlich und rein. Das war früher undenkbar. Sie fühlt sich jetzt psychisch viel besser und ist witzig. Sie hat überhaupt keinen Husten und keine Atemnot mehr und ist aufgeweckt. Auch ihre Knie schmerzen nicht mehr.

Acht Monate nach der Anwendung: Bettina hat keine Probleme, ist fleißig und ist sowohl schulisch als auch gesellschaftlich voll ausgelastet.

Elf Monate nach der Verabreichung rief der Stiefvater erneut an und berichtete über ihren Zustand: Bettinas Atmung ist immer noch gut, sie hustet nicht und fühlt sich auch nicht müde, aber seit kurzem treten erneut die Kopfschmerzen auf. Bettina ist auch wieder grantig. Die wieder auftretenden Kopfschmerzen signalisieren eindeutig, dass die Beschwerden anfingen, nach innen zu treten. Die Hering´sche Regel wurde also verletzt, da es sich um die Rückkehr einer schon ausgeheilten und mehr im Inneren gelegenen Beschwerde handelte. Das war ein beginnender Relaps, und das bedeutete, dass damit das Ende der Wirkung der vorigen Dosis erreicht war. Hätten wir jetzt nichts unternommen, dann wäre mit der Zeit auch die Atemnot wieder zurück gekommen. Ich empfahl daher, dass sie ab sofort eine neue Verdünnung mit zehn Liter Wasser anwenden soll. Nach rund zwei Monaten berichteten mir ihre Eltern, die mittlerweile ebenfalls meine Patienten waren: Bettina ist nun ganz in Ordnung. Sie betreibt intensiv Sport. Ihre Beschwerden sind ausgeheilt. (10)

Einen Relaps zu erkennen, ist in den meisten Fällen nicht allzu schwierig. Wichtig ist dabei aber, nicht vorschnell auf einen momentanen, kurz andauernden Verschlechterungszustand zu reagieren. Es ist besser, etwas zu warten und genau zu beobachten, um was es sich genau handelt: Es kann eine kurze vorübergehende Verschlechterung in Form der  „heilenden Krise“ sein oder auch eine aktuelle Reaktion auf ungünstige äußere Bedingungen, wie z.B. psychische (z.B. bei der Arbeit), ökologische, (z.B. durch erhöhte Schadstoffbelastung in der Luft) oder ähnlichen Belastungen. Eine ein- oder zweitägige Verschlechterung muss keinen Relaps bedeuten und auch nicht das Ende der Wirkung der vorigen Dosis. Man muss daher genau prüfen, ob die Entwicklung den Hering´schen Regeln entspricht oder nicht. Hier erinnern wir uns an unseren Graph und an das Motto: Warten und beobachten.

6. Wirkungsdauer einer Dosis

Generell gilt: Je höher die Verdünnung (Potenz), desto länger die Wirkungsdauer. Wir verabreichen stets nur eine Dosis für eine lange Zeit. Diese bringt die ursprüngliche, gesunde Melodie des spirituellen, feinstofflichen Organisationsprinzip wieder zum Erklingen, die sich dann im Laufe von Wochen und Monaten nach der Einnahme im Organismus weiter ausbreitet. Die kürzeste verzeichnete Wirkungsdauer war 3 Monate, und dies bei einer Verdünnung in der autopathischen Flasche mit nur 1 Liter Wasser (Potenz 40C). Die längste Wirkungsdauer bis zu ersten Symptomen eines Relaps war um die zwei Jahre. Autopathie wird aber erst seit drei Jahren praktiziert. Auf der Grundlage der Erfahrungen mit konstitutionellen homöopathischen Arzneimitteln, die auf dem gleichen Weg wirken, gehe ich davon aus, dass es bei längeren Erfahrungen mit der autopathischen Harmonisierung möglich sein wird, eine sehr lange (mehrere Jahre) und sogar eine permanente Wirkungsdauer (die geheilten Beschwerden kehren nicht zurück) zu erzielen. Einige meiner am längsten beobachteten, autopathischen Fälle deuten darauf hin.

Die durchschnittliche Wirkungsdauer zu Beginn der autopathischen Harmonisierung beträgt zwischen fünf und zehn Monaten. Nach der zweiten und mehr Einnahme und nach Erhöhung der Wassermenge wird sie noch länger.

Der Gesamtverbrauch an autopathischen Flaschen (zum einmaligen Gebrauch – siehe weiter unten) dürfte also wie folgt aussehen: eine bis zwei Flaschen im ersten Jahr, eine im zweiten und eine weitere nach mehreren Jahren.

7. Beschleunigte Harmonisierung

Eine häufigere Wiederholung der Dosis als nach den aufgeführten Regeln nötig beschleunigt die positive Entwicklung keineswegs. Nach Verabreichung des autopathischen Präparats tut der Organismus alles in seiner Macht stehende, um sich zu verbessern. Man kann ihn nicht mit der Peitsche antreiben.

Es gibt viele Hindernisse und Bremsen, die die positive Entwicklung im Rahmen der autopathischen Anwendung hemmen, z.B. chemische Stoffe und Produkte, egal ob sie aus Umwelteinflüssen resultieren oder bewusst  eingenommen werden, eine hohe Belastung durch ungeeignete Ernährung, beispielsweise durch zu süße, zu fette oder zu salzige Speisen, Elektrosmog, zu viel Alkohol, Drogen, der Aufenthalt in einer stressigen Umgebung oder ein niedriger pH-Wert des Organismus. Sie können einen störenden Einfluss auf den Organismus auslösen.

Autopathie kann die nötige Kraft geben, um die äußeren Einflüsse besser zu bewältigen. Manchmal kann sie sogar bestimmte Zwangshandlungen auflösen. Beispielsweise litt eine Frau unter „Schokoladensucht“ und „musste“ pro Tag mindestens zwei Tafeln Schokolade essen. Sie stellte am Abend nach der erstmaligen autopathischen Anwendung erstaunt fest, dass sie den ganzen Tag über ständig an einer angebrochenen Tafel Schokolade vorbei ging, ohne sie zu beachten. Während der weiteren Behandlung hat sie zwar wieder Schokolade gegessen, aber nun nur noch mäßig.

Ein anderes Beispiel: Eine verzweifelte und gestresste Patientin hatte sehr lange und ohne Erfolg nach einem Job gesucht. Kurz nach der Anwendung der Potenz 3 M (3000 C) eines autopathischen Präparates bekam sie gleich zwei sehr attraktive Angebote. Der Stress reduzierte sich stark.

Der richtige Lebensstil unterstützt die autopathische Behandlung und verbessert vor allem ihre Wirkung. Konkret heißt das: mehr Bewegung, mehr Gemüse, weniger Gifte, mehr Liebe zu den anderen und zu sich selbst, mehr Spiritualität oder/und Meditation u.Ä. Dazu gehören auch die Reduktion der Übersäuerung des Organismus und die Erhöhung seines pH-Wertes. Das bedeutet aber nicht, dass wir gleich nach der Anwendung unsere Lebensgewohnheiten radikal und mit Zwang ändern sollen. Diese werden sich möglicherweise ganz von alleine Schritt für Schritt ändern, so wie die Harmonie in unser unharmonisches Leben eintritt. Es ist gut, sich gegen diesen Trend nicht zu wehren.

Wenn es uns nicht gelingt, die eine oder andere hinderliche Gewohnheit zu ändern, z.B. weil wir eine Vorliebe für sie haben und sie gar nicht ablegen wollen, oder unsere Umgebung es nicht zulässt, dann muss das noch keine entscheidende Bedeutung haben. Denn die fortschreitende  Harmonisierung „umfließt“ so manches Hindernis geradezu und entwickelt sich weiter – vielleicht etwas langsamer als sie könnte, wenn das Hindernis nicht vorhanden wäre.

 


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