Artikel – Similimum aus dem Patienten

19.9.2016 | Filip Cehovsky | filip.cehovsky@alternativa.cz

Originalartikel GEPOSTET von AUTHORS OF CLEVER H. ⋅ 01/06/2016 ⋅ LEAVE A COMMENT

Autopathie: Ein Similimum aus dem Patienten

auto8. jährliche Autopathie-Konferenz 2016

Die Zahl der chronisch Erkrankten in der EU und den USA steigt stetig. Es ist heutzutage selten, einer Person – ob Kind oder Erwachsenem – zu begegnen, der nicht an einer wiederkehrenden Beschwerde leidet. Angefangen von einer niedrigen Immunität, Allergie, Schlaflosigkeit, Unfruchtbarkeit über Autoimmunerkrankungen, Depressionen bis zu Autismus und Psychosen. Wir hören nicht am Fernsehen davon oder lesen es in der Zeitung, sondern es handelt sich um unsere persönliche Erfahrung, die durch Statistiken belegt wird. Sogar die Homöopathie, die dafür berühmt ist, auch unheilbare Krankheiten heilen zu können, kann diese allgemeine Situation nicht verbessern.

Ich praktiziere die klassische Homöopathie nun seit bereits 36 Jahren und konnte in dieser Zeit eine interessante Entwicklung beobachten. In den 1980ern reagierten die Menschen auch auf Heilmittel gut, die nicht exakt nach der „Totalität der Symptome“ ausgewählt wurden. Ich machte beispielsweise die Erfahrung mit Allergikern, deren Zustand sich nach der Verabreichung von Natrum Muriaticum deutlich verbesserte und die nicht mehr von allopathischen Medikamenten abhingen, obwohl ihr Gesamt- und psychisches Bild nicht immer vollständig diesem Heilmittel entsprachen. Doch im Laufe der 1990er und besonders nach dem Jahr 2000 wurde es plötzlich nötig, das Similimum immer präziser zu wählen (worum ich stets bemüht gewesen war), um zum gleichen Ergebnis zu gelangen. Heute haben sogar die am präzisesten ausgewählten Mittel oft nicht die langfristige, gesamtheitliche Wirkung, die ich vor dreißig Jahren beobachten konnte und die in der klassischen Literatur beschrieben wird. Sie ist heute eher die Ausnahme – nicht nur in meiner Praxis, sondern auch in der Praxis von internationalen, zeitgenössischen Homöopathie-Lehrern, die ich regelmäßig zu Vorträgen an meiner Homöopathie-Akademie in Prag einlade und mit denen ich seit Langem in Kontakt stehe. Der Grund könnte die sich verschlechternde Umwelt sein, in den letzten 15 Jahren auch die stark angestiegene Mikrowellenstrahlung, die nun viele Größenordnungen stärker ist als vor dem Jahr 2000. Wir sollten zudem nicht außer Acht lassen, dass homöopathische Mittel auch durch elektromagnetische Strahlung hergestellt werden können. Auf diesem Prinzip basieren die bekannten Elektroakupunktur-Werkzeuge, Remedy Maker usw. Das heißt, dass die starke Hochfrequenzstrahlung von Mobiltelefonen und Mobiltelefonmasten ebenfalls einen Gegenwirkungs-Effekt auf unseren Heilungsprozess haben könnte. Wie wir wissen, kann ein Mittel, das nicht ein exaktes Similimum ist, leicht gestört werden. Je ähnlicher es ist, desto weniger kann seine Wirkung außer Kraft gesetzt werden. Zudem sehen sich die heutigen Homöopathen, die ihre Mittel nach der „Totalität der Symptome“ wählen, immer öfter Klienten gegenüber, die neben den homöopathischen Mitteln regelmäßig auch große Mengen von Kortisonpräparaten, Antibiotika und anderen chemischen Substanzen zu sich nehmen, was die Wirkung der homöopathischen Mittel nicht gerade unterstützt. Dieser Einfluss war vor zwanzig, dreißig Jahren deutlich schwächer als heute.

Meine 36 Jahre praktische Erfahrung mit der Homöopathie haben mir gezeigt, dass eine immer exaktere Auswahl des Mittels erforderlich ist, um das gleiche Resultat zu erzielen. Es gibt keinen anderen Weg. Die Ähnlichkeit muss zunehmend perfekter sein und muss ebenfalls die durch die störenden Zivilisationseinflüsse hervorgerufenen Veränderungen im Organismus berücksichtigen, welche die Natur selbst nicht kennt und nicht zu bewältigen vermag. Menschen des Typs Lycopodium, Calcarea Carbonica oder Lachesis sind nicht mehr die Gleichen wie im 19. oder 20. Jahrhundert. Früher unbekannte Umwelteinflüsse haben sie verändert.

Im Jahr 2002 zwangen mich einige nicht sehr erfolgreiche Fälle von homöopathischer Behandlung dazu, wieder zu den Ursprüngen der Homöopathie zurückzukehren und von den klassischen Werken zu lernen. Im Software-Programm Reference Works fand ich in einem dicken Literaturband eine Reihe kurzer Erwähnungen von äußerst wirksamen „Autonosoden“ und „autoisopathischen“ Heilmitteln, die beide aus der potenzierten Information nicht der uns umgebenden Natur, etwa Tierkörper oder Pflanzen, hergestellt wurden, sondern direkt aus der Natur des Patienten, aus seinem Körper. Der Erste, der diese Methode angewendet hatte, war natürlich Samuel Hahnemann. Als er bereits über 80 war, erzielte er eine erfolgreiche Heilung im Falle von Tuberkulose, indem er den eigenen Speichel des Mannes homöopathisch potenzierte. Hahnemann hinterließ eine schriftliche Aufzeichnung darüber. (1)

Das, was wir heilen, ist nicht der Körper, sondern die Störung in der „spirituellen“ (ich bevorzuge den Begriff „feinstofflichen“) Vitalkraft – Organon, §12. Der Körper jedes Menschen hat die engste Beziehung zu seiner Vitalkraft, die Körper und Geist organisiert und formt. Hier wird die Ähnlichkeit perfektioniert. Wenn wir also die Information aus dem Körper eines Patienten nehmen und sie in den feinstofflichen Zustand potenzieren, in dem die Vitalkraft auf der Grundlage der Resonanz wirkt, so wird die Vitalkraft gestärkt und geheilt. Zudem enthält der Körper auch Informationen über äußere Einflüsse, die sich schädlich auf ihn auswirkten, beispielsweise elektromagnetische Strahlung oder Umweltgifte, die aus isopathischer Sicht bei der Heilung von großer Wichtigkeit sind.

Unter Isopathie versteht man das Verabreichen des gleichen schädlichen Einflusses wie der, der die Krankheit ausgelöst hat, jedoch in potenzierter Form. Auf diese Weise können wir traditionell die negativen Wirkungen von Impfungen, Schlangenbissen, bakteriellen Toxinen, Vergiftungen und ähnlichen Beschwerden heilen. In der Homöopathie haben wir langjährige, gute Erfahrungen mit der Isopathie, zu diesem Thema wurden zahlreiche Bücher und Artikel verfasst.

Die Autopathie kombiniert eine Reihe homöopathischer Ansätze in einer einzigen Methode. Ihre holistische (ganzheitliche) Wirkung ähnelt der von Konstitutionsmitteln, die nach der „Totalität der Symptome“ verschrieben wurden. In der Autopathie können wir ganz klar eine Entwicklung im Einklang mit den Hering’schen Heilgesetzen erkennen, nämlich dass die Symptome (auch die „unheilbaren“) von innen nach außen abklingen. Dabei handelt es sich nicht einfach um eine wunderbare Theorie, sondern ein reales Ergebnis, das ich bereits bei den ersten Fällen beobachten konnte, als meine Schüler und ich den verdünnten Speichel des Klienten anwendeten und die allmähliche Heilung von lebenslangen Allergien, Ekzemen, Migränen, Depressionen, Arthrose, Schlaflosigkeit, Unfruchtbarkeit, Fatigue-Syndromen, Über-/Unterfunktion der Schilddrüse, Menstruationsschmerzen und vieler anderer lebenslanger Erkrankungen beobachten konnten, die zuvor mit unbefriedigendem Resultat sowohl mit traditioneller Medizin als auch Homöopathie behandelt worden waren. Nach dem Beispiel von Samuel Hahnemann, der das direkt aus dem Patienten hergestellte Heilmittel „Auto“ nannte, habe ich die Methode „Autopathie“ genannt. Zu Beginn meiner Arbeit mit der Autopathie gab es im Internet nur zwei Suchergebnisse für das englische Wort „autopathy”, eines davon war völlig irrelevant. Auf Deutsch, Spanisch und in anderen Sprachen gab es dieses Wort weder im Internet noch in einem anderen Wortschatz.

Um meinen Klienten diese Methode regelmäßig anbieten zu können (anfangs handelte es sich dabei nur um die weniger erfolgreichen Homöopathie-Fälle), entwarf ich die „autopathische Flasche“. In diesem Glasgefäß konnte sich der Klient in seinem Badezimmer seine eigene Verdünnung aus Speichel herstellen, indem er sich an die der „Flasche“ beiliegende Herstellungsanleitung hielt. Sie erwies sich als so einfach und schnell herzustellen, dass es für jedermann verständlich war. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass Hahnemanns Labor, in dem er seine extrem wirksamen Heilmittel fertigte, sich in Sachen Ausrüstung und Reinheit nicht mit einem heutigen durchschnittlichen Badezimmer vergleichen ließ. Vor einigen Jahren besuchte ich sein gut erhaltenes Labor in Köthen. Es gab einen mit Holz befeuerten Ofen, keine Wasserleitungen und keinen Wasserauslass. Die Herstellung der autopathischen Verdünnung bei sich zuhause dauert normalerweise nur wenige Minuten. Der Klient verwendet sie nur einmalig oder wiederholt sie, z.B. einmal pro Woche, je nach Art seiner Beschwerden. Die Potenz der Verdünnung wird durch die Menge Wasser definiert, die zur Herstellung der Verdünnung verwendet wird. Wird ein Liter Wasser durch die Flasche gegossen, entspricht dies einer Potenz von 40 C, zwei Liter von 80 C; die höchste, erfolgreich angewendete Potenz betrug 250 Liter, also 10 M. Mit dieser Herstellungsmethode bei sich zuhause der autopathischen Verdünnung kam ich der Forderung Hahnemanns nahe, dass homöopathische Heilmittel von einem Homöopathen gefertigt werden sollten, nicht von einem Apotheker. In der Autopathie haben wir dies noch weiter vorangebracht, bis zum Klienten. Dies hat zahlreiche Vorteile, besonders hinsichtlich der Qualität der Verdünnung. Natürlich kann die Verdünnung auch im Beisein des Klienten vom autopathischen Berater hergestellt werden, oder für Kinder von einem Elternteil.

Im Laufe ihres 14jährigen Bestehens haben bereits viele Menschen Ausbildungskurse in der Autopathie abgeschlossen. Und sie tauschen sich über ihre Erfahrungen aus – etwa im Rahmen der jährlich stattfindenden Konferenz in Prag. Die Autopathie hat sich allmählich zu einer Heilmethode mit verschiedenen Herstellungsmethoden der Verdünnung entwickelt, die sich für unterschiedliche körperliche und psychische Beschwerden eignen. Nicht nur der Speichel wird potenziert, sondern auch die Information aus Atem, Stuhl und nicht zuletzt direkt aus dem Prana, aus der feinstofflichen Information im siebten Chakra direkt über dem Kopf der behandelten Person. Letztere Form ist besonders beliebt, weil sie oft eine sofortige psychische Erleichterung bring. Hierbei wird das Wasser in der autopathischen Flasche zwei Minuten im Bereich des 7. Chakras gehalten, wo es die feinstofflichen Informationen aufnimmt, die dann potenziert werden. Die potenzierte Information wird dann tropfenweise auf die Stirn aufgetragen, in den Bereich des 6. Chakras, das durch die Meridiane und Nadis den gesamten Organismus erreicht.

Durch die Autopathie kehrt die Homöopathie wieder zu ihrer ursprünglichen, spirituellen Philosophie zurück, dank der sie sich im 19. Jahrhundert in Amerika und Europa so gut ausbreiten konnte. Viele moderne Homöopathen ignorieren diesen spirituellen Hintergrund oder leugnen ihn. Der Verlust dieser philosophischen Stütze macht sie undurchsichtig und verletzlich für ihre materialistischen Gegner.

Menschen, die Autopathie anwenden, berichten manchmal von euphorischen Zuständen, einer Besserung oder Heilung der chronischen Symptome innerhalb von Wochen oder Monaten und oft einer schnellen Erholung von akuten Fiebererkrankungen oder anderen akuten Zuständen. Die Geschwindigkeit der Genesung und die Fähigkeit, die Gesundheit wiederherzustellen, ist individuell und wird nicht durch eine konventionelle Diagnose bestimmt, sondern hängt vom komplexen inneren Zustand von Körper und Geist ab, den ich Karma nenne.

Dieser kurze, informative Artikel soll die Methode keineswegs vereinfachen. Ich habe zwei Bücher über die Methode geschrieben: „Speichel. Der heilende Saft“ sowie „Gesund mit Autopathie“. Beim zweiten handelt es sich um ein Lehr- und Handbuch der Autopathie. Im ersten Buch habe ich mich mehr auf den homöopathischen Kontext und die Entwicklung dieser neuen homöopathischen Methode konzentriert. Beide Bücher enthalten über hundert Fallbeschreibungen chronischer Erkrankungen, die durch Autopathie geheilt wurden. Viele weitere, erfolgreiche Fälle von geheilten „unheilbaren“ Krankheiten sind auf der Website www.autopathie.de veröffentlicht. Hier finden sich auch Videos mit deutschen Untertiteln von Autopathie-Anwendern, die die Heilung ihrer langjährigen chronischen Erkrankungen beschreiben, bei denen zuvor konventionelle oder alternative Therapieformen nicht halfen.

Für Homöopathen wie beispielsweise mich ist die Autopathie ebenfalls eine hervorragende Stütze bei der homöopathischen Behandlung, denn es können beide Formen abwechselnd angewendet werden. Das Buch „Gesund mit Autopathie“ beinhaltet einige solcher Fälle. Das Buch ist erhältlich im e-shop, auf amazon.com oder auf autopathy.info (auch als e-book).

Die Autopathie eignet sich insbesondere für die Selbstbehandlung, denn sie erfordert keine komplexe Suche nach einem Similimum. Wir kennen es bereits im Vorfeld, es befindet sich im Körper oder in der Vitalkraft (Prana) der zu heilenden Person. Ich treffe Menschen, die ihre langjährigen chronischen Beschwerden nur durch das Lesen von „Gesund mit Autopathie“ geheilt haben, ohne jegliche Beratung durch einen ausgebildeten Berater. Dennoch ziehen es die meisten vor, einen professionellen Berater zu Rate zu ziehen, der den Kursus über die Autopathie abgeschlossen hat. Ich organisiere jedes Jahr nicht nur Kurse, sondern auch Webinare, in denen die Teilnehmer schnell die Grundlagen der autopathischen Methode erlernen und sie in Kombination mit dem Buch auf ihren eigenen Fall anwenden können. Die Teilnehmer können, falls gewünscht, auf die Karte der Berater auf der Autopathie-Website aufgenommen werden. Zurzeit arbeiten mehr als 400 Berater in der Tschechischen Republik, in Deutschland, Großbritannien, Irland, der Schweiz, den USA und in anderen Ländern. Die genauen Angaben befinden sich auf der Karte der Berater auf www.autopathie.de.

Die Autopathie ist fest verankert in der klassischen Homöopathie und setzt die Arbeit ihres Gründers fort, der nicht mehr genug Zeit hatte, um dieses neue Kapitel weiter auszubauen. Es ist nun die Aufgabe unserer Generation, seine Arbeit fortzusetzen.

1Rima Handley: A Homeopathic Love Story

cehovsky

Über den Autor:

Jiri Cehovsky wurde in Prag geboren. Bevor er Homöopathie studierte und zu praktizieren begann, arbeitete er im Verlagswesen. 1990 gründete er gemeinsam mit mehreren Ärzten die Homöopathische Gesellschaft und die Homöopathisches Akademie in Prag, an der seither Hunderte von tschechischen Homöopathen ihren Abschluss machten. An der Akademie unterrichten bekannte Homöopathen aus den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Australien, Indien und Deutschland. Jiri Cehovsky schrieb auch das Buch „Homeopathy More than a Cure“. In seinem Verlag Alternativa veröffentlicht Jiri Cehovsky in erster Linie homöopathische Literatur. Homöopathie praktiziert er bereits seit 35 Jahren. 2002 begann er mit Autopathie. Seit vierzehn Jahren entwickelt er diese Methode ständig weiter. Seine Erkenntnisse dokumentierte er in zwei Büchern: „Speichel. Der heilende Saft“ und „Gesund mit Autopathie“. Zu diesem Thema hat er mehrere Artikel in homöopathischen Zeitschriften veröffentlicht, etwa in „Homeopathic Links“ und auf Hpathy.com. Jiri Cehovsky organisiert regelmäßig Seminare und Webinare zum Thema Autopathie. Weitere Informationen über ihn und seine Methode: www.autopathie.de.

Unter nachstehendem Link steht ein englisches Webinar mit deutschen Untertiteln mit dem Titel „Autopathische Selbstbehandlung einer chronischen Erkrankung und Anwendung“ zur Verfügung: http://www.autopathy.info/autopathy-self-treatment-of-chronic-diseases-and-how-to-use-it/

 


Kurse

Die Kurse werden in der Regel in tschechischer Sprache gehalten. Es finden aber auch Webinare, Konferenzen und Workshops auf Englisch und künftig auch auf Deutsch statt. Die genauen Termine werden rechtzeitig auf dieser Website publiziert.

kurz Weitere Kursea

Erfahrungen von Patienten

Die Autopathie hat bereits vielen Menschen geholfen. Hier können Sie die Erfahrungen einiger behandelter Patienten ansehen oder lesen.

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