Autopathie ist der Homöopathie ebenbürtig

12.6.2018 | Viktor Matys | v.matys@homeoweb.cz

Guten Tag, mein Name ist Viktor Matys. Ich habe die Homöopathische Akademie in Prag absolviert, wo ich auch die Grundkenntnisse der Autopathie erlernte.

Meine Klientin mittleren Alters klagte über:
• Müdigkeit
• Chlamydien in der Lunge
• Schilddrüsenprobleme die mit Medikamenten behandelt werden

Zusätzlich stört es sie, dass sie ihre Freundinnen ausnützen. Diese kommen ständig mit ihren Problemen zu ihr und erzählen ihr alles Mögliche. Sie berichten auch oft über ihre Seitensprünge, auf die manche sogar stolz sind. Dazu sagte sie: „Ich spaziere dann mit meinem Hund durch den Wald, all diese Sachen gehen mir durch den Kopf und ich weiß nicht, wie ich mit dieser Belastung fertig werden soll. Manche der Ehemänner kenne ich und es ist mir daher besonders unangenehm.“
Sie ist seit Jahren geschieden und lebt mit ihrem Kind allein.
Sie hat eine körperliche Eigenart – sie schwitzt nie. Wenn ihr heiß ist, wird sie bloß rot.
Für sie fiel mir sofort die homöopathische Arznei Natrum Muriaticum ein. Personen mit ihrer Konstitution haben oft Beziehungsprobleme und deren Partner sind – auch bildlich gesprochen – weit weg. Es wird ihnen oft viel anvertraut, weil sie gut zuhören und Geheimnisse wahren können. Die ständige Last der anvertrauten Informationen äußert sich dann im Nicht-Schwitzen.
In dieser Zeit war ich im Bereich Autopathie ein Anfänger. Ich selbst habe sie zwar zu Testzwecken angewandt, aber ich hatte Hemmungen, sie meinen Klienten anzubieten. Innerlich zog es mich doch zur Homöopathie.
Auf der anderen Seite war mir die Entgiftung mittels Autopathie bekannt, wo man einmal pro Woche vier Wochen lang den abgekochten Atem (Speichel) anwendet und jede Woche die Potenzierung erhöht. Dieser Zyklus wird mit einem nicht abgekochten Präparat in einer höheren Potenzierung abgeschlossen.
Da meine Klientin an Chlamydien in der Lunge litt, war es verlockend, diese Art von Autopathie doch zu probieren.
Sie war mit der Anwendung von Autopathie ohne Einwände einverstanden. Das zeigte mir, dass wenn man sich über die Dinge nicht den Kopf zerbricht, nehmen die Sachen ihren natürlichen Lauf.
Sie wandte den oben beschriebenen 4-wöchigen Entgiftungsplan an. Für Später rechnete ich mit der Anwendung einer homöopathischen Arznei, die ich zur Sicherheit in Reserve hatte.
Die erste Kontrolle setzte ich erst in 6 Wochen an, um der Entfaltung der autopathischen Entgiftungskur genug Zeit zu geben.
Die Klientin sagte mir bei der ersten Kontrolle, dass es ihr ständig leid tat, als sie sah, wie viel Wasser ohne Verwendung durch die autopathische Flasche floss. Interessant, oder?
Sie sagte jedenfalls, dass sie lediglich nach der ersten Anwendung etwas gespürt hatte. An diesem Tag applizierte sie in der Früh, bevor sie in die Arbeit ging, das erste Präparat und am Nachmittag überfiel sie so eine intensive Müdigkeit, dass sie kaum imstande war, mit dem Auto nach Hause zu fahren.
Das ist eine typische Auswirkung des Entgiftungsprozesses auf den Organismus. Die ausgeschwemmten Toxine verursachen eine leichte Vergiftung bevor sie durch Schwitzen bzw. mit dem Stuhl und Harn ausgeschieden werden. Die Müdigkeit ist ein typisches Symptom, das sowohl n der Homöopathie, als auch in der Autopathie gut bekannt ist. Nachdem die Toxine den Körper verlassen haben, fühlt man sich um ein gutes Stück besser.

Drei Wochen nach Beginn der Entgiftungskur zeigten ärztliche Kontrollen, dass sie keine Chlamydien mehr hatte.
Ich fragte sie auch, wie es mit den Freundinnen geht. Daraufhin lächelte sie und sagte: „Ich habe es endlich geschafft, sie in die Wüste zu schicken…ich sage es ihnen natürlich nicht so direkt, aber wenn eine damit anfängt, ändere ich das Thema. Als dann eine andere Freundin via Skype damit anfing, habe ich das Gespräch beendet.“

Die Bereinigung von Beziehungen gehört normalerweise auch zum Ergebnis einer erfolgreichen ganzheitlichen Therapie, zu der auch Autopathie gehört. Manchmal handelt es sich um angespannte Beziehungen, manchmal leidet der Klient unter einem „Diktator“. Interessanterweise werden solche Beziehungen nie auf der Rache-Ebene gelöst, wie: „Jetzt zeige ich es dir endlich!“, sondern moderat, locker und auf eine Weise, die die Beziehungen (zukünftig) nicht belasten. Es ist so wunderbar, dass selbst die Klienten nicht glauben können, dass solche Ergebnisse mit der autopathischen Behandlung zusammenhängen können.

Als ich ihr weiteres Problem – das fehlende Schwitzen, angesprochen habe, sagte sie, zum Schein gereizt, aber mit einem Lächeln: „Da muss ich mich bei Ihnen auch bedanken.“ Sie wollte damit zum Ausdruck bringen, dass das Schwitzen nicht primär etwas ist, das sie begrüßen würde, ihr aber durchaus bewusst ist, wie unerlässlich das Schwitzen für die Gesundheit des Körpers ist. Außerdem war ihr Schweiß gesund – also geruchlos.
Das Einzige noch bestehende Problem war die Schilddrüse. Den Zeitpunkt der nächsten Kontrolle setzte ich in zwei Monaten fest. Aufgrund der Ergebnisse entschied ich mich, mit dem homöopathischen Mittel zu warten, da ich in den noch stattfindenden Heilungsprozess nicht eingreifen wollte.

Danach habe ich die Klientin lange nicht gesehen. Lediglich fünf Monate später erfuhr ich über eine gemeinsame Bekannte, dass auch ihre Schilddrüse in Ordnung sei und dass sie keine weiteren Medikamente nehmen muss.
Für mich persönlich war es damals eine wichtige Erfahrung, da ich durch diesen Fall feststellen konnte, dass Autopathie der Homöopathie zumindest ebenbürtig ist. Ich kannte natürlich etliche erfolgreiche Autopathie-Fälle, aber erst wenn man in der eigenen Praxis so etwas erlebt, kommt es zu einem Bruch im positiven Sinne des Wortes.
Bisher war es also ein großer Erfolg – wie der Poet sagt: „Das Gewitter ging zu Ende, die Wolken lichteten sich, die Sonne begann wieder zu scheinen, die Vögel fingen an zu zwitschern und die Mutti machte den Teig für die Buchteln.“
Der Fall hatte aber eine interessante Fortsetzung. Ich traf die Klientin zufällig nach zwei Jahren wieder. Sie teilte mir sofort mit, dass alle ihre Beschwerden zurückgekommen waren. Das war zwar nicht angenehm, aber auch nicht ungewöhnlich. Es handelte sich lediglich um einen Relaps – also einen Rückfall. Ich fragte sie etwas verwundert, warum sie sich denn nicht gemeldet hatte, als ihre Beschwerden zurückkamen. Sie antwortete: „Mei, das ist mir gar nicht eingefallen“! Das ist ziemlich komisch, oder? Nach so einem fast wundersamen Erfolg konnte sie sich an Autopathie nicht erinnern…
Mit diesem Paradox werden wir manchmal konfrontiert.
Ich grüble oft darüber, warum so etwas hin und wieder passiert. Als ob manche Leute eher mit ihren Beschwerden, als mit ihrem gesunden Zustand in Resonanz wären.
Für mich, als langjährigen Buddhist, ist es eine Frage des Karmas. Außerdem kann man sich fragen, ob es eigentlich richtig ist, dass man durch so eine Behandlung die Gesundheit umsonst bekommt, anstatt sie „ehrlich“ durch jahrelanges Leiden zu „verdienen“.
Zusätzlich denke ich an die Klienten, die uns wahrscheinlich allen am liebsten sind: Personen, die an sich arbeiten und die uns besuchen, weil wir zu ihrer Entwicklung beitragen.
Meine Meditationserfahrungen zeigen, dass manche, nennen wir es Schatten der Seele, dank Meditation sehr schnell verschwinden. Der Blick in sich selbst hat einen starken Heilungseffekt. Allerdings nicht immer auf der körperlichen, sondern eher auf der geistigen Ebene, die die Grundeinstellung zum Leben betrifft.
Vielleicht klingt das überspitzt. Ich habe jedenfalls meine Hypothese dazu, die sowohl die o.g. Fälle als auch die Arbeit an sich selbst betrifft. Es geht darum, dass unsere Beschwerden immer eine Wurzel haben. Wenn es sich dabei um einen Einfluss von außen, also aus der Umgebung, handelt, kann man ihn relativ einfach eliminieren. Das Problem muss einem entweder während der Meditation bewusst werden oder man eliminiert es durch die richtige Behandlung. Mit dieser Wurzel verschwindet auch das, was sich über die Jahre daran/an ihr angeheftet hatte. So kommt es zu den wundersamsten Heilerfolgen auf allen Ebenen – vom Körper über den Geist, bis zu den Beziehungen. Wenn es nichts zum Anheften gibt, wo soll etwas kleben bleiben?
Die Wurzel kann aber auch in unserem Karma liegen. Eigentlich liegt sie nicht dort, sondern sie ist das Karma. Solche Fälle sind entweder heilungsresistent oder, wie der obere Fall zeigt, kommt es (kurzzeitig) zu einer Heilung, aber nach dem Wiederauftreten der Beschwerden erinnert sich der Klient einfach nicht, wodurch die Heilung erfolgte.
Man muss im Leben auch bestimmte Dinge erleben. Das hat mit Masochismus wenig zu tun. Es geht vielmehr darum, dass manchmal die Lösung in Form einer wirksamen Therapie zu schnell vorbei zieht und unser Verstand nicht die Zeit hat, es zu realisieren. Man braucht einfach noch einen Anlauf. Erst wenn der Aha-Effekt einsetzt und man bestimmte Dinge realisiert, ist man in der Lage, das eigene Leben zu ändern. Wir (die Berater), sind dann oft nicht mehr notwendig. Manchmal muss man sich einfach die Weisheit selbst hart erarbeiten.
Zen-Meister Kyong Ho pflegte seinen Schülern zu sagen, dass sie nicht nach einer perfekten Gesundheit streben sollen, weil in guter Gesundheit Faulheit und Unersättlichkeit steckt. Er sagte: Machen Sie sich die Medizin aus Ihrer Krankheit. Es ist klar, was er meinte.
Lassen wir also unseren Klienten deren Lebensweg. Es genügt, dass wir uns bemühen, unser Bestes zu geben.


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Die Kurse werden in der Regel in tschechischer Sprache gehalten. Es finden aber auch Webinare, Konferenzen und Workshops auf Englisch und künftig auch auf Deutsch statt. Die genauen Termine werden rechtzeitig auf dieser Website publiziert.

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Die Autopathie hat bereits vielen Menschen geholfen. Hier können Sie die Erfahrungen einiger behandelter Patienten ansehen oder lesen.

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